Ganztag

Seit 2010 ist das Woeste-Gymnasium gebundene Ganztagsschule – mit verlässlichem Zeitrahmen, Mittagspause, rhythmisiertem Schultag und vielfältigen Angeboten im offenen Bereich.

Seit dem Schuljahr 2010/11 ist das Woeste-Gymnasium eine gebundene Ganztagsschule. Die Entscheidung für den Ganztag beruht auf drei Prinzipien:

  • Eine moderne Schule fördert die Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler über den Unterricht hinaus mit pädagogisch wertvollen Angeboten.
  • Alle schulischen Aktivitäten finden in einem verlässlichen Zeitrahmen statt. So können Familien berufliche, soziale und persönliche Verpflichtungen und Wünsche miteinander vereinbaren.
  • Der Unterricht steht im Zentrum. Er wird mit seinen Unterstützungsmaßnahmen – Lern- und Förderaufgaben, Aufgabenbetreuung und Tutorien – so in diesen Zeitrahmen eingefügt, dass die gesetzlichen Arbeitsschutzvorgaben uneingeschränkt eingehalten werden.

Zeitrahmen

Der Ganztag umfasst für alle Klassen der Sekundarstufe I drei „lange“ Tage (Montag, Mittwoch, Donnerstag) mit Unterricht und Betreuung bis 14:55 Uhr. An den „kurzen“ Tagen (Dienstag, Freitag) endet der Unterricht um 13:10 Uhr. Die Teilnahme ist im verpflichtenden Zeitrahmen für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich.

StundeZeitMoDiMiDoFr
107:50–08:35UnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterricht
208:40–09:25UnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterricht
09:25–09:451. Pause (20 Minuten)
309:45–10:30UnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterricht
410:35–11:20UnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterricht
11:20–11:352. Pause (15 Minuten)
511:35–12:20UnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterrichtUnterricht
612:25–13:10Mittagspause (60 Minuten)UnterrichtMittagspause (60 Minuten)Mittagspause (60 Minuten)Unterricht
13:10–13:20Pause (10 Minuten)Pause (10 Minuten)Pause (10 Minuten)
713:20–14:05UnterrichtAngeboteUnterrichtUnterrichtAngebote
814:10–14:55Unterricht/LernzeitAngeboteUnterricht/LernzeitUnterricht/LernzeitAngebote
915:00–15:45AngeboteAngeboteAngeboteAngeboteAngebote

Der verpflichtende Bereich des Ganztags – in der Regel Fachunterricht – ist bewusst so knapp wie möglich gehalten. Eine Elternbefragung hat ergeben, dass sich Eltern einen möglichst großen offenen Bereich und damit Zeit für außerschulische Aktivitäten ihrer Kinder wünschen, obwohl sie den Ganztag wegen seiner Verlässlichkeit mit großer Mehrheit befürworten.

Oberstufe

  • Der Oberstufenunterricht findet möglichst vollständig in den ersten acht Stunden der fünf Wochentage statt. Dafür stehen 40 Stunden zur Verfügung; bei durchschnittlich 34 belegten Stunden hat der Stundenplan in der Regel sechs Freistunden pro Woche.
  • Die 6. Stunde am Montag, Mittwoch und Donnerstag wird möglichst schwach belegt. So können viele Oberstufenschülerinnen und -schüler in der Übermittagsbetreuung mitwirken, und möglichst wenige Kurse werden durch Aktivitäten in der Mittagspause gestört.
  • Die 9. Stunde bleibt frei von Oberstufenunterricht. Oberstufenschülerinnen und -schüler können sich so im offenen Ganztag einbringen, etwa in Tutorien oder Schüler-Arbeitsgemeinschaften.

Mittagspause und Übermittagsbetreuung

An den langen Tagen werden den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I attraktive Beschäftigungen für die Zeit angeboten, in der sie nicht in der Mensa essen. Das Angebot wird laufend an den Bedarf angepasst. Hausaufgaben in der Mittagspause sind nach dem Konzept für die Übermittagsbetreuung nicht erwünscht und werden nicht gefördert, aber auch nicht ausdrücklich verboten.

Der offene Bereich

Der offene Bereich ist konzeptionell nicht begrenzt, orientiert sich aber an den Schwerpunkten und dem Profil der Schule. Er umfasst Neigungs-, Ausgleichs- und Begabtenförderung. Zu den festen Angeboten gehören:

  • Instrumentalpraktische musische Erziehung: erweiterter Musikunterricht der Musikklassen, Instrumentalunterricht durch Lehrkräfte der Musikschule, Proben von Schulorchester und Bigband
  • MINT-Förderung: erweiterter MINT-Unterricht in der Erprobungsstufe, MINT-AG in Stufe 7
  • Sport-Arbeitsgemeinschaften
  • Angebote in den Fremdsprachen (z. B. DELF)
  • LRS-Förderung in der Erprobungsstufe
  • Tutorien in Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik in der Mittelstufe

Rhythmisierung des Schultags

Als die frühere Schulzeitverkürzung („G8“) an allen Gymnasien zu längeren Schultagen führte, wurde über einen Ausgleich für die höhere Belastung diskutiert – die „Rhythmisierung des Schultags“. Am Woeste-Gymnasium wurde dieser Diskurs intensiv in der Strukturkommission, an Pädagogischen Tagen, auf Elternversammlungen und in den Mitwirkungsgremien geführt. Daraus ergaben sich folgende Eckpunkte:

  • Die Unterrichtsstunden der Stundentafel werden in der Sekundarstufe I gleichmäßig verteilt: An den drei langen Tagen (Montag, Mittwoch, Donnerstag) liegen in der Regel sieben, an den beiden kurzen Tagen (Dienstag, Freitag) sechs Unterrichtsstunden.
  • Der Unterricht der Sekundarstufe I wird so rhythmisiert, dass er nicht mit den Erfordernissen der Oberstufe in Konflikt gerät.
  • An Tagen mit Nachmittagsunterricht wird der Unterricht der Sekundarstufe I durch eine einstündige Mittagspause von 12:20 bis 13:20 Uhr unterbrochen. Sie umfasst die 6. Stunde (12:25–13:10 Uhr) und die angrenzenden Pausen.
  • Für die Oberstufe gilt die Mittagspause nicht generell, weil ihr Schultag wegen der Kursblockungen ohnehin Freistunden enthält. In der 6. Stunde am Montag, Mittwoch und Donnerstag liegen aber nur schwächer belegte Kurse, damit Oberstufenschülerinnen und -schüler Angebote für die Übermittagsbetreuung der Jüngeren machen können.

Grundeinheit ist die herkömmliche 45-Minuten-Stunde. Andere Zeitmaße – etwa 60, 67,5 oder 90 Minuten – passen nur teilweise zu den Stundentafeln der Sekundarstufen I und II und erfordern komplizierte Ausgleichsregeln. Am Woeste-Gymnasium werden solche Veränderungen nicht angestrebt.

Doppelstunden

Ob Doppelstunden den längeren Schultag erträglicher machen, ist am Woeste-Gymnasium immer wieder intensiv erörtert worden. Eine generelle Einführung halten mehrere Fachgruppen nicht für wünschenswert: Neben Vorteilen (z. B. ein ruhigerer Schultag) hätte sie viele Nachteile.

  • Lehrkräfte und Klassen würden sich nur noch halb so oft begegnen wie bei Einzelstunden. In zweistündigen Fächern gäbe es nur noch eine Begegnung pro Woche – bei Abwesenheit der Lehrkraft gar keine. Diese Vereinzelung der Lernanlässe wäre dem kontinuierlichen Lernfortschritt sehr abträglich.
  • In den Fremdsprachen, die möglichst häufige Sprachanlässe brauchen, blieben nur zwei Begegnungen mit der Sprache pro Woche.
  • In Mathematik, wo viel Unterrichtszeit auf die Erarbeitung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten entfällt, käme es zu lernpsychologisch ungünstig langen oder gehäuften Erarbeitungsphasen.
  • Doppelstunden entlasten nur, wenn sie methodisch abwechslungsreich sind und weniger Stoff behandeln. Das Zentralabitur und die Lehrpläne lassen eine Reduktion des Stoffs aber nur begrenzt zu.

Lehrerkonferenz und Schulleitung haben sich deshalb auf eine flexible Regelung verständigt, die auch die übrigen Mitwirkungsgremien mittragen: Lehrkräfte oder Fachgruppen können ihren Wunsch nach Doppelstunden dem Stundenplan-Team vortragen. Das Team berücksichtigt diese Wünsche so weit wie möglich. So sind Doppelstunden in den Stundenplänen aller Klassen der Sekundarstufe I in pädagogisch sinnvollem Umfang vertreten.

Stundentafel der Sekundarstufe I

Die Stundentafel für den neunjährigen Bildungsgang (G9) mit Informatik und der Wahl zwischen Französisch und Latein ab Klasse 7 hat die Schulkonferenz am 10. Mai 2021 beschlossen. Angegeben sind Wochenstunden; Ergänzungsstunden sind mit „+“ ausgewiesen.

Fach5678910KernstundenErgänzungsstundenSumme
Deutsch544 + 0,533 + 13221,523,5
Mathematik453 + 1343 + 122224
Englisch4 + 0,5543 + 133221,523,5
Französisch/Latein44431515
Geschichte222288
Erdkunde221277
Politik2222 (Economy)88
Biologie2122188
Chemie222177
Physik1122288
Informatik1122
Wahlpflichtfach3 + 0,253 + 0,2560,56,5
Kunst2122299
Musik222288
Religion/Praktische Philosophie2222221212
Sport4433221818
Lernen lernen0,50,50,5
Kernstunden293030313131182
Ergänzungsstunden101,511,251,256
Summe303031,53232,2532,25188
  • 182 Kernstunden und 6 Ergänzungsstunden, insgesamt 188 Wochenstunden in der Sekundarstufe I
  • Stufe 5: Epochalunterricht – im 1. Halbjahr 1 Stunde „Lernen lernen“, im 2. Halbjahr 1 Stunde Englisch zusätzlich
  • Stufe 5: Epochalunterricht – im 1. Halbjahr 2 Stunden Informatik, im 2. Halbjahr 2 Stunden Physik
  • Stufe 6: Epochalunterricht – im 1. Halbjahr 2 Stunden Physik, im 2. Halbjahr 2 Stunden Informatik
  • Stufe 6: Epochalunterricht – ein Halbjahr 2 Stunden Biologie, das andere Halbjahr 2 Stunden Kunst
  • Stufe 10: Epochalunterricht – ein Halbjahr 2 Stunden Biologie, das andere Halbjahr 2 Stunden Chemie
  • Politik in Stufe 10 wird als „Economy“ englischsprachig unterrichtet (siehe Bilinguales Lernen).
  • Zusätzlich gibt es ein großes Angebot an Arbeitsgemeinschaften, eine Hausaufgabenbetreuung und ab Klasse 7 Tutorien in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch.
Frühere Stundentafeln (G9 2019 und G8 2015)

Stundentafel G9 (Zustimmung der Schulkonferenz am 17.06.2019)

Sie unterschied sich vor allem durch die Informationstechnische Grundbildung (ITG) statt Informatik und Französisch als einzige zweite Fremdsprache: 180 Kernstunden und 8 Ergänzungsstunden.

Fach5678910KernstundenErgänzungsstundenSumme
Deutsch544 + 0,433 + 13221,423,4
Mathematik453 + 1343 + 122224
Englisch4 + 0,5543 + 133221,523,5
Französisch44431515
Geschichte222288
Erdkunde221277
Politik2222 (Economy)88
Biologie2122188
Chemie222177
Physik1212288
Informationstechnische Grundbildung1122
Wahlpflichtfach3 + 0,33 + 0,360,66,6
Kunst2122299
Musik222288
Religion/Praktische Philosophie2222221212
Sport4433221818
Lernen lernen0,50,50,5
Kernstunden283029313131180
Ergänzungsstunden202,411,31,38
Summe303031,43232,332,3188
  • Stufe 5: Epochalunterricht – im 1. Halbjahr 2 Stunden ITG, im 2. Halbjahr 2 Stunden Physik; im 1. Halbjahr 1 Stunde „Lernen lernen“, im 2. Halbjahr 1 Stunde Englisch zusätzlich
  • Stufe 6: ein Halbjahr 2 Stunden Biologie, das andere 2 Stunden Kunst
  • Stufe 7: im 1. Halbjahr 2 Stunden Physik, im 2. Halbjahr 2 Stunden ITG
  • Stufe 10: ein Halbjahr 2 Stunden Biologie, das andere 2 Stunden Chemie

Stundentafel G8 (Zustimmung der Schulkonferenz am 01.06.2015)

Fach56789KernstundenErgänzungsstundenSumme
Deutsch4 + 1 (Drehtür)4 + 1 (Drehtür)43 + 1 (Drehtür)419322
Englisch4 + 1 (Drehtür)443318119
Französisch44331414
Mathematik4 + 1 (Drehtür)4443 + 119221
Geschichte22266
Erdkunde22266
Politik2222 (bilingual)628
Biologie221277
Chemie22266
Physik221277
Kunst2211177
Musik2211177
Religion/Praktische Philosophie222221010
Sport443221515
Wahlpflichtfach3366
Informationstechnische Grundbildung1122
Lernen lernen / Erwachsen werden1122
Kernstunden2832313230153
Ergänzungsstunden5121312
Summe3333333333165
  • 153 Kernstunden, 10 Ergänzungsstunden und 2 zusätzliche Ganztagsstunden („Lernen lernen“ in Stufe 5, „Erwachsen werden“ in Stufe 7)
  • Stufe 8: im 1. Halbjahr 2 Stunden Physik, im 2. Halbjahr 2 Stunden Biologie
  • Mit „Drehtür“ gekennzeichnete Stunden (im Original „kw“) lagen als Randstunden im Stundenplan; die Fachlehrkraft entschied, ob eine Schülerin oder ein Schüler diesen Unterricht durch die „Drehtür“ verlassen konnte (Umsetzung der Empfehlungen des „Runden Tisches G8/G9“).

Grundlagen und Vorgaben (G8)

  • Grundlagen: BASS 13-21 Nr. 1.1 Anlage 3 (Stundentafel Sek. I Gymnasium), Empfehlungen „Runder Tisch G8/G9“, schulprogrammatische Schwerpunkte „Bilinguales Lernen“ und „MINT“.
  • 153 Jahreswochenstunden waren als Kernstunden durch Mindestvorgaben für Fächer und Fächergruppen gebunden (z. B. Deutsch: mindestens 8 in der Erprobungsstufe, 11 in der Mittelstufe). Der Wahlpflichtbereich war mit 6 statt 4 Stunden ausgestattet, weil dort der Anfangsunterricht Latein lag.
  • Schulen ohne Ganztag durften höchstens 163 Jahreswochenstunden verplanen. Als Ganztagsschule mit Unterricht an drei Tagen bis 15 Uhr setzte das Woeste-Gymnasium in jeder Stufe 33 Stunden an, insgesamt 165.
  • Jedem Schüler mussten mindestens 158 Jahreswochenstunden garantiert werden – am einfachsten durch Setzungen für alle Klassen einer Stufe (z. B. „Lernen lernen“ in Stufe 5).
  • Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften sowie Kunst und Musik: jedes Fach mindestens 6 Jahreswochenstunden; Gesellschaftswissenschaften, Kunst und Musik schon in der Erprobungsstufe; Chemie erst ab Stufe 7; die Pflicht, alle Fächer in Stufe 9 zu unterrichten, war aufgehoben.
  • Ergänzungsstunden dienten vorrangig der individuellen Förderung in Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften (APO-SI § 17 Abs. 4), nicht der Ausweitung der Lerninhalte; sie konnten auch für Schwerpunktsetzungen genutzt werden.

Einsatz der Ergänzungsstunden im Förderkonzept (G8)

  • Stufen 5 und 7: je 1 Stunde Informationstechnische Grundbildung
  • Stufe 9: 2 zusätzliche Stunden Politik als Einführung in das bilinguale Lernen mit Schwerpunkt „Economy“
  • Stufe 5: je 1 Förderstunde in Deutsch, Englisch und Mathematik zur Behebung von Grundschuldefiziten; Stufe 6: 1 Förderstunde Deutsch
  • Stufe 8: 1 Förderstunde Deutsch, Stufe 9: 1 Förderstunde Mathematik
  • Weitere Fördermaßnahmen, auch von Lehrkräften oder Schülerinnen und Schülern geleitete Tutorien, nach Bedarf ohne Verankerung in der Stundentafel
  • Zur Erfüllung der Ganztagsbedingungen: 1 Stunde „Lernen lernen“ (Methodentraining) in Stufe 5 und 1 Stunde „Erwachsen werden“ (Lions Quest) in Stufe 7

Rechtliche Grundlagen

Maßgeblich für Einrichtung und Durchführung des Ganztags ist der Erlass „Gebundene und offene Ganztagsschulen sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote in Primarbereich und Sekundarstufe I“ vom 23.12.2010 (BASS 12-63 Nr. 2, PDF). Danach umfasst der Ganztag in der Regel an mindestens drei Unterrichtstagen jeweils mindestens sieben Zeitstunden; die Teilnahme ist verpflichtend. Jede Ganztagsschule entwickelt – auch mit außerschulischen Kooperationspartnern – ein Ganztagskonzept, das Teil des Schulprogramms ist und regelmäßig fortgeschrieben wird. Darüber entscheidet die Schulkonferenz.

  • Finanzierung: Erlass „Geld oder Stelle – Sekundarstufe I; Zuwendungen zur pädagogischen Übermittagsbetreuung / Ganztagsangebote“ vom 31.07.2008 (BASS 11-02 Nr. 24, PDF)
  • Aufgabenkonzept: Erlass „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“ vom 05.05.2015 (BASS 12-63 Nr. 3, PDF), siehe Lernaufgaben und Lernzeiten
  • Beschluss des Rates der Stadt Hemer vom 22.09.2009: Am Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium wird gemäß § 81 Abs. 2 SchulG NRW ab dem Schuljahr 2010/11 ein gebundener Ganztag als verpflichtendes Angebot sukzessive ab Jahrgangsstufe 5 eingerichtet; die obere Schulaufsichtsbehörde genehmigt dies gemäß § 81 Abs. 3 SchulG NRW.

Geordneter Stundenschluss

Die Schulzeitverkürzung führte zu dichterem Lernen und längeren Schultagen. Ein Baustein der Antwort darauf betrifft das Ende jeder Unterrichtsstunde: Wichtige Abläufe sollen nach dem Gong nicht in Hektik und Unordnung untergehen. Das Konzept „Geordneter Stundenschluss“ ermutigt alle Lehrkräfte, den Unterricht etwa drei Minuten vor dem Gong zu beenden, damit in Ruhe Folgendes erledigt werden kann:

  • Stundenthema ins Klassenbuch eintragen
  • Stundenthema in den Woeste-Planer oder andere Lernübersichten eintragen
  • Notizen machen oder ergänzen
  • Beratungsgespräche führen
  • Bücher einsammeln und im Klassenschrank verschließen
  • Arbeitstische aufräumen und für die nächste Stunde vorbereiten
  • Medien ausschalten und aufräumen
  • Tafel putzen
  • Müll entsorgen
  • Raum lüften

Muss der Raum nach der Stunde verlassen werden (Pause oder Raumwechsel), kann das bei geordnetem Stundenschluss direkt nach dem Gong geschehen. Ein vorzeitiges Verlassen des Unterrichtsraums ist grundsätzlich nicht gestattet. Beim Verlassen gilt: Alle Fenster sind geschlossen, alle Stromverbraucher (Licht, Medien usw.) ausgeschaltet, der Raum ist abgeschlossen.

Leichter Tornister

Die Schulleitung hat die Aktion „Leichter Tornister“ 2012 gestartet und 2013 abgeschlossen. Ziel war, die schweren Lehrbücher aus den Schultaschen der Sekundarstufe I zu verbannen. Dazu gab es zwei umfangreiche Anschaffungen:

  1. Zusätzliche Lehrbuch-Klassensätze zu je 20 Exemplaren: für den Unterricht in Fachräumen (gelagert auf Wagen in den Fachräumen oder Sammlungen) und für jede Klasse der Sekundarstufe I (gelagert in den Klassenschränken).
  2. Neue Einbauschränke: Die bei der Errichtung der Schule eingebauten Schränke waren über die Jahrzehnte unbrauchbar geworden und wurden 2010 bis 2013 mit erheblichem Aufwand (ca. 1.000 Euro pro Stück) ersetzt.

Nach den Regeln des „Leichten Tornisters“ müssen in der Sekundarstufe I nur wenige Bücher ständig in der Schultasche sein (Einzelheiten in der Übersicht der Lehrwerke):

  • Das Französisch-Lehrwerk „Découvertes“ wird im Rahmen des Eigenanteils selbst angeschafft und sollte in der Schule und zu Hause zur Verfügung stehen.
  • Das Englisch-Lehrwerk enthält (wie das Französisch-Lehrwerk) Partnerübungen, für die alle ein eigenes Exemplar brauchen; ein reduzierter Klassensatz ist hier nicht sinnvoll.
  • Die Formelsammlung, die in Stufe 9 privat angeschafft wird, muss immer griffbereit sein.
  • Diese „Tornister-Bücher“ sollen auch in Vertretungsstunden verfügbar sein. Da der Vertretungsplan jeden Tag eine zusätzliche oder verlegte Englisch- oder Französischstunde enthalten kann, reicht es nicht, sie nur an bestimmten Tagen mitzubringen.

Die Maßnahme leistet einen erheblichen Beitrag zur Vorbeugung orthopädischer Schäden. Außerdem verschleißen die Schulbücher deutlich weniger, weil der Verschleiß vor allem beim Transport entsteht. Die Ersparnis soll mittelfristig die Kosten der neuen Klassenschränke ausgleichen. Schließlich wird die Diskussion über Doppelstunden von einem pädagogisch wenig bedeutsamen Argument befreit.

Damit das Konzept funktioniert, braucht es neue Routinen:

  • Die Lehrkräfte organisieren Aus- und Rückgabe der Klassensätze und achten darauf, dass keine Lehrbücher im Tornister mitgebracht werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler lassen ihre Lehrbücher zu Hause an ihrem Arbeitsplatz und sorgen in der Schule für eine zügige Aus- und Rückgabe der Klassensätze.
  • Die Eltern achten darauf, dass sich ihre Kinder an die Regeln halten.

Weitere Bausteine des Ganztags