Im Laufe der Schulzeit gibt es viele Situationen, in denen Rat und Unterstützung gefragt sind: bei Lernschwierigkeiten, bei Fragen zur Schullaufbahn oder zur Berufswahl, bei Konflikten in der Klasse oder bei Sorgen zu Hause. Am Woeste-Gymnasium gibt es dafür viele Ansprechpersonen – niemand muss mit einem Problem allein bleiben.
Unser Beratungskonzept
Grundlage ist der Erlass „Beratungstätigkeit von Lehrerinnen und Lehrern in der Schule“ (BASS 12-21 Nr. 4). Er beschreibt die Aufgaben der Beratung und empfiehlt ein eigenes Beratungskonzept als Teil des Schulprogramms. Das Konzept des Woeste-Gymnasiums wurde von der Schulkonferenz beschlossen.

Für die einzelnen Beratungsfelder ist festgelegt, wer in der Regel zuerst anzusprechen ist. Die weiteren Stellen beraten und unterstützen, wenn die erste Anlaufstelle keine Lösung findet. Erste Vertrauensperson ist meist die Klassen- bzw. Stufenleitung.
Beratungsfeld „Lernen“
Themen: individuelle Lern- und Leistungsentwicklung; Lernschwierigkeiten (Auffassung, Konzentration, Leistungsmotivation, Mitarbeit, Arbeitsverhalten); Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit; Entfaltung von Begabungen; außerschulische Unterstützungsangebote.
Ansprechpersonen (in dieser Reihenfolge): Fachlehrkraft – Klassenleitung – Koordination (Erprobungsstufe, Mittelstufe, Individuelle Förderung).
Unterstützung: Fachleute (z. B. für LRS, Dyskalkulie, Hochbegabung, Hochsensibilität) und außerschulische Einrichtungen.
Beratungsfeld „Schullaufbahn“
Themen: Versetzung; Aufnahme am Gymnasium, Ende der Erprobungsstufe, Seiteneinstieg in die Oberstufe, Integration zugewanderter Schülerinnen und Schüler; Übergang in die Sekundarstufe II; Schul- und Schulformwechsel, Schulabgang; Teilnahme am Religionsunterricht; Wahlen im Wahlpflichtbereich und in der Oberstufe; Laufbahnsicherung, Abiturfächer, schriftliche Kurse; Auslandsaufenthalte.
Ansprechpersonen (in dieser Reihenfolge): Klassen- bzw. Stufenleitung – Koordination (Erprobungsstufe, Mittelstufe, Oberstufe) – Schulleitung – Bezirksregierung.
Unterstützung: Grundschullehrkräfte, Leitungen anderer Schulen, Kommunales Integrationszentrum des Märkischen Kreises, Koordination für Studien- und Berufsorientierung (StuBO), Beauftragte für Gastschülerinnen und -schüler sowie für den Seiteneinstieg, Bezirksregierung.
Beratungsfeld „Berufs- und Studienwahl“
Themen: Standardelemente von „Kein Abschluss ohne Anschluss“, Betriebspraktikum, Berufsbegegnung in der Q1 (Rotary), Management-AG, Informationsbesuche an Hochschulen, im BIZ und bei der Ausbildungsbörse. Mehr dazu unter Berufsorientierung.
Ansprechpersonen (in dieser Reihenfolge): StuBO-Koordination – Oberstufenteam – Schulleitung.
Unterstützung: Märkischer Kreis, SIHK, Rotary-Club.
Beratungsfeld „Verhalten in der Schule“
Themen: Pflichten aus dem Schulverhältnis nach § 42 SchulG NRW – Mitarbeit (Vorbereitung, aktive Beteiligung, Hausaufgaben), Einhaltung der Schulordnung (Pünktlichkeit, Teilnahme am Unterricht, Entschuldigungen, Befolgen von Anweisungen, Hausordnung) und der Schulpflicht.
Ansprechpersonen (in dieser Reihenfolge): alle Lehrkräfte – Klassenleitung – Koordination – Schulleitung.
Unterstützung: SV, Schulamt, Ordnungsamt, Jugendamt, Bezirksregierung.
Beratungsfeld „Soziale Interaktion“
Themen: Konflikte unter Schülerinnen und Schülern (auch Mobbing und Cybermobbing), mit Lehrkräften, im Elternhaus oder mit Personen außerhalb der Schule; Kindeswohlgefährdung; Depression; Essstörungen; Suchtprävention.
Ansprechpersonen (ohne feste Reihenfolge): Klassen- und Stufenleitung, Koordination, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeit, Schulleitung.
Unterstützung: SV, Jugendamt, Bezirksregierung.
Bei sensiblen Angelegenheiten, für die Sie keine schulische Ansprechperson wünschen, können Sie sich jederzeit auch an den Elternrat wenden – die sechs Elternvertreterinnen und -vertreter in der Schulkonferenz, vorzugsweise an den Vorsitz der Schulpflegschaft. Mehr unter Mitwirkung.
Beratungslehrkräfte
Bei Fragen zur Schullaufbahn – etwa wenn die Versetzung gefährdet ist oder die Kurswahl schwerfällt – helfen zuerst die Klassen- bzw. Stufenleitung und in schwierigeren Fällen die Koordination der Erprobungs-, Mittel- oder Oberstufe.
Manchmal geht es um anderes: Jemand fühlt sich von einer Lehrkraft ungerecht behandelt und traut sich nicht, sie darauf anzusprechen, fühlt sich von anderen ausgegrenzt, hat Probleme zu Hause, mit Alkohol oder Drogen, ist straffällig geworden oder selbst Opfer einer Straftat. Auch dann haben Klassen- und Stufenleitungen ein offenes Ohr. Darüber hinaus stehen die Beratungslehrkräfte zur Seite.
Beratungslehrkräfte sind für diese Aufgabe besonders ausgebildet und haben Schweigepflicht. Eine Beratung kann so stattfinden, dass keine andere Lehrkraft und niemand aus der Klasse davon erfährt. Sie bieten an,
- über das Problem zu reden und aufmerksam zuzuhören,
- die Sorgen ernst zu nehmen,
- gemeinsam neue Wege zu finden und
- weitere Hilfe zu vermitteln, wenn das Problem überhandnimmt.
Das Angebot ergänzt die Beratung durch Klassenleitungen und Koordination – besonders bei Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten sowie bei der Vermittlung diagnostischer und therapeutischer Hilfe. Es soll einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglichen, der bei Bedarf in professionelle Hilfe außerhalb der Schule übergeleitet werden kann. Ziel ist, Lernblockaden zu lösen und Krisen in der persönlichen Entwicklung zu bewältigen.
Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit am Woeste-Gymnasium wird von Mitarbeiterinnen des Jugendamtes der Stadt Hemer geleistet. Sie ist eine unabhängige Anlaufstelle – gerade dann, wenn man nicht mit einer Lehrkraft sprechen möchte. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte:
- Zuhören, wenn jemand zum Reden gebraucht wird – bei allen Themen und Fragen
- Unterstützung bei persönlichen, familiären oder schulischen Schwierigkeiten
- Projekt- und Gruppenarbeit mit Klassen oder Kleingruppen, z. B. zur Stärkung des Klassenzusammenhalts
- Beratung, z. B. zum Bildungs- und Teilhabepaket oder zu Konflikten in der Schule
- Vermittlung bei Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften
- Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu außerschulischen Angeboten (z. B. Ausbildungssuche, Freizeit, andere Beratungsstellen)
Was in der Beratung besprochen wird, bleibt vertraulich.
So erreichen Sie die Schulsozialarbeit
- Offene Sprechstunde im Büro der Schulsozialarbeit (Raum 457): montags und donnerstags 13:00–15:00 Uhr, freitags 12:00–13:00 Uhr
- E-Mail: schulsozialarbeit@woeste.org
- Telefon: 0171 3537472 (Corinna Schmid), 0171 1759368 (Luisa Köck)
- Termine außerhalb der Sprechstunde sind jederzeit nach Absprache möglich.
Eine eigene Mädchensprechstunde des Jugendamtes gibt es am Woeste-Gymnasium derzeit nicht; das allgemeine Beratungsangebot der Schulsozialarbeit steht allen offen.
Projekte mit dem Jugendamt
„Zusammen sind wir klasse“: Alle fünften Klassen verbringen zu Beginn des Schuljahres einen Schultag im Jugend- und Kulturzentrum Hemer (JuK). Mitarbeitende des Jugendamtes leiten ein altersgerechtes Programm aus Spiel, Spaß und Reflexion an. Im Mittelpunkt stehen das gegenseitige Kennenlernen, der Zusammenhalt der neuen Klasse, die Kommunikationsfähigkeit sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Respekt-Seminare: Gemeinsam geplant von Jugendhilfe und Schule sollen sie Gewalt und Mobbing in Klassen vorbeugen und bestehende Probleme mit allen Beteiligten lösen. Das Seminar für die Jahrgangsstufe 6 besteht aus zwei Blöcken mit je vier Doppelstunden in der Schule und einem Projekttag in einer städtischen Einrichtung. Im ersten Block werden akute Ausgrenzungs- und Mobbingsituationen analysiert und Lösungen erarbeitet; Rollenspiele lassen erleben, wie es sich anfühlt, Opfer zu sein. Der zweite Block stärkt zurückhaltende Jugendliche und verbessert die Kommunikation in der Klasse. Schulsozialarbeit und Lehrkräfte arbeiten anschließend mit den Ergebnissen weiter. Die Schule strebt die Durchführung in allen sechsten Klassen an, abhängig von den Mitteln der Stadt Hemer.
Streitschlichtung
Wo viele Menschen zusammenkommen, entstehen Konflikte – oft täglich und aus kleinem Anlass. Sie lassen sich meist gut lösen, brauchen aber eine Vermittlung. Übernimmt das eine Lehrkraft, kostet es Unterrichtszeit und kann zu Rollenkonflikten führen; zudem verhalten sich Schülerinnen und Schüler gegenüber Lehrkräften nicht immer offen. Deshalb übernehmen ausgebildete Streitschlichterinnen und Streitschlichter aus der Schülerschaft diese Rolle.
Die Streitschlichtung ist ein freiwilliges, vertrauliches Gespräch der Streitenden mit neutralen Schülerstreitschlichterinnen und -schlichtern. Es folgt festen Regeln und ist keine Gerichtsverhandlung, in der ein Schuldiger gesucht wird. Ziel ist, die Auslöser des Streits zu finden, die unterschiedlichen Standpunkte bewusst zu machen und eine tragfähige, zukunftsgerichtete Lösung für ein friedliches Miteinander zu erarbeiten.

Ausbildung
Streitschlichterin oder Streitschlichter können Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 werden – vor allem die Klassenpatinnen und -paten, die den Jüngeren bereits gut bekannt sind.
| Zeitpunkt | Maßnahme |
|---|---|
| November, Klasse 8 | Auswahl der Patinnen und Paten |
| Januar | Bewährung am Tag der offenen Tür |
| 2. Halbjahr, Klasse 8 | Streitschlichterausbildung in Blockseminar und Doppelstunden; Bescheinigung über die Ausbildung und ihre Inhalte |
| 1. Halbjahr, Klasse 9 | praktischer Einsatz in den neuen 5. Klassen – die Klassenpaten sind im Streitfall die ersten Ansprechpersonen |
| ab 2. Quartal, Klasse 9 | Konflikttraining und Supervision in einzelnen Doppelstunden; Zeugnisbemerkung über die Tätigkeit |
Inhalte der Ausbildung: Sozialkompetenz und Werte, Konfliktverhalten und Konfliktarten, Gesprächsführung, aktives Zuhören, Feedbackregeln, Grundsätze, Regeln und Ablauf eines Schlichtungsgesprächs sowie der Umgang mit schwierigen Schlichtungen.
Das Projekt wird von einer ausgebildeten Beratungslehrkraft in Abstimmung mit der Erprobungsstufenkoordination begleitet.
Ansprechpersonen
- Jutta KautBeratungslehrerin, soziale Beratungkaut@woeste.org
- Christian GoosBeratung und Krisenprävention, Studien- und Berufsorientierunggoos@woeste.org
- Corinna SchmidSchulsozialarbeit (Jugendamt der Stadt Hemer); Sprechstunden in R 457schulsozialarbeit@woeste.org0171 3537472
- Luisa KöckSchulsozialarbeit (Jugendamt der Stadt Hemer); Sprechstunden in R 457schulsozialarbeit@woeste.org0171 1759368
- Niklas PohlmannStudien- und Berufsorientierungpohlmann@woeste.org
- Stefanie Röther-SchreweBeratung Zentrale Prüfungenroether-schrewe@woeste.org