Evangelische Religionslehre wird am Woeste-Gymnasium in allen Jahrgangsstufen unterrichtet. In den Stufen 5 und 6 lernen evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler seit dem Schuljahr 2019/20 gemeinsam im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. In der Oberstufe werden in jeder Stufe regelmäßig ein bis zwei Grundkurse angeboten.
Fest in den Unterricht integriert ist der jährliche ökumenische Adventsgottesdienst am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien. In der Q1 findet jährlich ein Exkursionstag der Religions- und Philosophiekurse statt.
Der Glaube bringt den Menschen zu Gott, die Liebe bringt ihn zu den Menschen.
Martin Luther (1483–1546), deutscher Theologe und Reformator
Kernlehrpläne
- Kernlehrplan Evangelische Religionslehre für die Sekundarstufe I
- Kernlehrplan Evangelische Religionslehre für die Sekundarstufe II
Schulinterner Lehrplan
Klassen 5 und 6
Die Unterrichtsvorhaben der Stufen 5 und 6 finden Sie auf der Seite Religionslehre (konfessionell-kooperativ).
Klassen 7 bis 10
Übersicht über die Verteilung der Unterrichtsvorhaben in den Stufen 7 bis 10
| Stufe 5 | Stufe 6 | Stufe 7 | Stufe 8 | Stufe 9 | Stufe 10 |
|---|---|---|---|---|---|
| Ich bin einzigartig (IF 1/2/5) | Die Gottesbotschaft Jesu in seiner Zeit und Umwelt (IF 3/6/5/2) | Prophetischer Protest gegen Ungerechtigkeit (IF 1/3/5) | Bin ich richtig, so wie ich bin? Rechtfertigung und Selbstannahme (IF 2/3/4) | Vom Tod zum Leben – Kreuz und Auferstehung Jesu (IF 3/6/7/5) | Gott?! – Gottesglaube und Gotteszweifel (IF 3/7/2/6) |
| Mose – Aufbruch in die Freiheit (IF 2/5) | Der Weg der ersten Christen – Paulus Gemeinden im Urchristentum und heute (IF 4/5/3) | Jesus erzählt vom Reich Gottes (IF 3/5) | Wer bin ich? Als Mann, Frau, … leben und lieben. Identität finden und Beziehungen gestalten angesichts von Geschlechterrollen und Klischees (IF 1/2/6) | Umgangsformen mit der Erfahrung von Tod und Trauer (IF 7/3) | Im Namen der Wahrheit! Möglichkeiten des Umgangs mit Fundamentalismus in den Religionen (IF 4/5/6/7) |
| Abraham – Stammvater des Glaubens für Juden, Christen und Muslime (IF 6/5/2) | Evangelisch / Katholisch (IF 4/7) | Woran kann ich mich orientieren? Von Vorbildern und ihren „Followern“ (IF 2/3/7) | Wem kann ich vertrauen? Orientierung finden auf dem Markt der religiösen Angebote (IF 4/6/7) | Leben ist Leiden – das Welt- und Menschenbild in Hinduismus und Buddhismus (IF 6/7) | Anpassung oder Widerstand – Christsein in der Zeit des Nationalsozialismus (IF 1/2/4) |
| Den Glauben feiern im Jahreskreis – jüdische, christliche und muslimische Feste im Vergleich (IF 7/6) | Die Schöpfung – der biblische Glaube an den Schöpfer und heutiger Umgang mit der Schöpfung (IF 1/2/5) | Weltbild und Lebensgestaltung bei Juden, Christen und Muslimen (IF 2/6/7) | Ist Hoffnung realistisch? Jesu Rede vom Reich Gottes auf dem Prüfstand (IF 3/5/7) | Gesellschaftliche Gerechtigkeits-vorstellungen in christlicher Perspektive (IF 1/3/4) | Kirche und Staat in der Gegenwart: Das Kirchenasyl (IF 1/4/5) |
| Ich engagiere mich! Diakonisches Handeln als Kirche für andere (IF 1/3/4) | optional: Auf der Suche nach der perfekten Welt! Christliche Zukunftshoffnung (IF 3/5/6/7) |
Stufe 7
7.1
Prophetischer Protest gegen Ungerechtigkeit
1.2: Prophetischer Protest
3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
5.1: Bibilische Texte als gedeutete Glaubenserfahrungen
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- beschreiben prophetische Rede und prophetische Aktionen als Kritik an und Widerspruch gegen gesellschaftliche Unrechtsstrukturen in biblischer Zeit,
- erläutern prophetische Rede und prophetisches Handeln als Kritik aus der Perspektive der Gerechtigkeit Gottes,
- erklären den Einsatz für Menschenwürde, Frieden und für die gerechte Gestaltung der Lebensverhältnisse aller Menschen als Konsequenz des biblischen Verständnisses von Gerechtigkeit,
- erläutern die Bedeutung von Wundererzählungen, Gleichnissen und Passagen der Bergpredigt als Orientierungsangebote,
- deuten unterschiedliche biblische Glaubenserzählungen unter Berücksichtigung der Textgattung (u. a. Evangelien, Briefe) und im jeweiligen Kontext ihrer Entstehung
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein,
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext
Urteilskompetenz
- erörtern vor dem Hintergrund des biblischen Gerechtigkeitsbegriffs gesellschaftliches Engagement ausgewählter Personen, Gruppen bzw. Projekte,
- erörtern persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen einer am biblischen Freiheits-, Friedens- und Gerechtigkeitsverständnis orientierten Lebens- und Weltgestaltung, auch im Hinblick auf Herausforderungen durch den digitalen Wandel der Gesellschaft,
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- gestalten komplexe religiöse Handlungen der christlichen Tradition mit und reflektieren die dabei gemachten Erfahrungen oder lehnen eine Teilnahme begründet ab,
- prüfen Formen, Motive und Ziele von Aktionen zur Wahrung der Menschenwürde, weltweiter Gerechtigkeit und Frieden aus christlicher Motivation und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- beschreiben und erläutern religiöse Sprache in ihrer formalen und inhaltlichen Eigenart unter besonderer Berücksichtigung metaphorischer Rede
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Was ist ein Prophet bzw. eine Prophetin?
- Merkmale prophetischer Rede
- biblische Prophetinnen und Propheten, z.B. Debora, Amos, Jeremia
- Was ist Gerechtigkeit?
- moderne Prophetinnen und Propheten, z.B. Martin Luther King, Ruth Pfau
- Gibt es heute noch Prophetinnen und Propheten?
7.2
Jesus erzählt vom Reich Gottes
3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
5.1: biblische Texte als gedeutete Glaubenserfahrung
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- identifizieren Wundererzählungen, Gleichnisse und Passagen der Bergpredigt als Rede vom Reich Gottes,
- erläutern die Bedeutung von Wundererzählungen, Gleichnissen und Passagen der Bergpredigt als Orientierungsangebote,
- erläutern Merkmale parabolischer Erzählungen in den Evangelien,
- unterscheiden zwischen historischen Ereignissen und deren Deutung in Glaubenserzählungen,
- deuten unterschiedliche biblische Glaubenserzählungen unter Berücksichtigung der Textgattung (u. a. Evangelien, Briefe) und im jeweiligen Kontext ihrer Entstehung,
- unterscheiden grundlegende Formen der Auslegung biblischer Texte, darunter insbesondere den historisch-kritischen Zugang
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein,
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext
Urteilskompetenz
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- setzen sich mit der Relevanz biblischer Texte für das eigene Selbst- und Weltverständnis auseinander
Handlungskompetenz
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- analysieren methodisch geleitet biblische Texte sowie weitere religiös relevante Dokumente
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Wunder in meinem Leben – existentielles Wunderverständnis
- Wann passieren Wunder?
- „Wunder“ in den Medien
- Biblische Wundererzählungen in ihrem historischen Kontext
- Wie werde ich ein Heiliger? Katholische Praxis der Selig- und Heiligsprechung
- Mögliche Deutungen biblischer Wundererzählungen
7.3
Woran kann ich mich orientieren? Von Vorbildern und ihren Followern
1.1: Leben in partnerschaftlichen Beziehungen
2.1: Reformatorische Grundeinsichten als Grundlage der Lebensgestaltung
3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
7.1: Religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft
7.3: Fundamentalismus und Religion
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- beschreiben in der Auseinandersetzung mit der biblischen Verbindung von Selbst- und Nächstenliebe den Zusammenhang von Selbstannahme und Beziehungsfähigkeit,
- beschreiben Gefühle und Erwartungen von Jungen und Mädchen im Hinblick auf Partnerschaft,
- unterscheiden Ansichten über die Bedeutung von Sexualität für die Gestaltung von Partnerschaft,
- beschreiben biblische Bilder vom Menschen und setzen sich mit deren Relevanz für die Gestaltung von Geschlechterbeziehungen heute auseinander,
- erklären den Gedanken der Rechtfertigung – die bedingungslose Annahme des Menschen durch Gott – als Grundlage evangelischen Glaubens,
- beschreiben beispielhaft lebenspraktische Konsequenzen, die sich für evangelische Christinnen und Christen in Geschichte und Gegenwart aus reformatorischen Einsichten ergaben bzw. ergeben,
- erläutern Zusammenhänge zwischen der Frage nach Sinn und Selbstverständnis des Menschen und religiösen bzw. säkularen Weltanschauungen,
- identifizieren religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft und untersuchen deren Verwendung in nichtreligiösen Zusammenhängen,
- erläutern die Möglichkeit manipulativer Verwendung religiöser Symbole und Rituale
- beschreiben, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen das eigene Selbst- und Weltverständnis erweitern kann,
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens,
- erläutern Fragen nach Grund, Sinn und Ziel der Welt, des Menschen und der eigenen Existenz und ordnen unterschiedliche Antwortversuche ihren religiösen bzw. nichtreligiösen Kontexten zu,
- erläutern das evangelische Verständnis des Christentums und setzen es zu eigenen Überzeugungen in Beziehung,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen,
- erkennen und analysieren Chancen und Herausforderungen von fachbezogenen, auch digitalen Medien für die Realitätswahrnehmung
Urteilskompetenz
- erörtern Regeln für gelingende Partnerschaft und Möglichkeiten des Umgangs mit misslingender Partnerschaft,
- beurteilen sexuelle Gemeinschaft unter der Perspektive wechselseitiger Verantwortung,
- setzen sich mit eigenem und gesellschaftlichem Geschlechterrollenverständnis auseinander und beurteilen diese vor dem Hintergrund der Heterogenität biblischer Bilder vom Menschen,
- beurteilen die Relevanz reformatorischer Einsichten für christlichen Glauben und die Sicht auf das Leben und die Menschen heute,
- setzen sich mit der Frage der Umsetzbarkeit ethischer Orientierungen in der Bergpredigt auseinander,
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- beurteilen die Konsequenzen unterschiedlicher Weltdeutungen und Menschenbilder für die Lebensgestaltung,
- beurteilen die wechselseitigen Einflüsse von Religiösem und Säkularem in der Gesellschaft
- begründen ihre Urteile zu religiösen und ethischen Fragen,
- differenzieren zwischen lebensförderlichen und lebensfeindlichen Elementen der Religion in Kultur und Gesellschaft
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- kommunizieren und kooperieren respektvoll mit Vertreterinnen und Vertretern anderer religiöser und nichtreligiöser Überzeugungen und berücksichtigen dabei Unterschiede sowie Grenzen,
- nutzen Gestaltungsmittel von fachspezifischen Medienprodukten reflektiert unter Berücksichtigung ihrer Qualität, Wirkung und Aussageabsicht
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Wer sind meine Vorbilder?
- Vorbilder erkunden, z.B. YouTube-Konsum – Influencer
- Beispiele für Personen, die als vorbildhaft gelten, z.B. Jesus Christus, Martin Luther King, Sophie Scholl, Malala Yousafzai
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
z.B. Erstellung einer digitalen Präsentation zu Sekten
7.4
Weltbild und Lebensgestaltung bei Juden, Christen und Muslimen
6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
7.3: Fundamentalismus und Religion
2.2: Auseinandersetzung mit der Gottesfrage zwischen Bekenntnis, Indifferenz und Bestreitung
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- vergleichen Merkmale des Gottesglaubens in Judentum, Christentum und Islam im Hinblick auf ihre Konsequenzen für die Lebensgestaltung,
- beschreiben zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Selbst- und Weltverständnisses der großen Weltreligionen,
- identifizieren Formen und Ursachen von Antisemitismus und Antijudaismus,
- unterscheiden religiösen Fundamentalismus von religiös verbrämtem Extremismus und identifizieren entsprechende Erscheinungsformen in der Gegenwart,
- unterscheiden Aussagen über Gott von Bekenntnissen des Glaubens an Gott,
- identifizieren verschiedene Formen der Bestreitung oder Infragestellung Gottes sowie seiner Funktionalisierung
- unterscheiden religiöse Weltanschauungen von anderen Wahrheits- und Wirklichkeitskonzepten,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- beurteilen die Konsequenzen unterschiedlicher Weltdeutungen und Menschenbilder für die Lebensgestaltung,
- beurteilen Möglichkeiten und Grenzen interreligiöser Begegnung und Verständigung,
- erörtern und beurteilen Argumente für und gegen den Glauben an Gott
- erörtern andere religiöse Überzeugungen und nichtreligiöse Weltanschauungen
Handlungskompetenz
- nehmen ansatzweise die Perspektive von Menschen in anderen Lebenssituationen und anderen religiösen Kontexten ein und stellen reflektiert einen Bezug zum eigenen Standpunkt her,
- kommunizieren und kooperieren respektvoll mit Vertreterinnen und Vertretern anderer religiöser und nichtreligiöser Überzeugungen und berücksichtigen dabei Unterschiede sowie Grenzen,
- erörtern im Diskurs mit anderen Argumente für oder gegen die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Medien-
Kompetenz
(Schule)
- reflektieren über den Umgang miteinander im Rahmen von Sozialen Netzwerken
(Möglichkeiten: Sexismen, Verbreitung von religionskritischen Karikaturen etc.)
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Islamisches, jüdisches, christliches … Leben in der Umgebung: Moschee, Synagoge, Kirche…, muslimische, jüdische …Mitschülerinnen und Mitschüler
- Zentrale Inhalte des islamischen, jüdischen, christlichen … Glaubens und Lebens (z.B. „Fünf Säulen“, Fastenbrechen und Opferfest, Pessach, Sabbat, Gebetsformen …)
- Islam und Islamismus
- Aktuelle Beispiele für antisemitische Vorfälle im näheren oder weiteren Umfeld
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
- z.B. ein Interview mit muslimischen, jüdischen …Mitschülerinnen und Mitschülern führen
- z.B. eine Moschee, Synagoge, Kirche …besuchen
- z.B. einen „runden Tisch der Religionen“ zu einem bestimmten Thema veranstalten
Stufe 8
8.1
Bin ich richtig, so wie ich bin? Rechtfertigung und Selbstannahme
IF 2.1: reformatorische Grundeinsichten als Grundlage der Lebensgestaltung
IF 3.2: Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi
IF 4.1: Kirche und religiöse Gemeinschaften im Wandel
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- erklären den Gedanken der Rechtfertigung – die bedingungslose Annahme des Menschen durch Gott – als Grundlage evangelischen Glaubens,
- beschreiben beispielhaft lebenspraktische Konsequenzen, die sich für evangelische Christinnen und Christen in Geschichte und Gegenwart aus reforma-torischen Einsichten ergaben bzw. ergeben,
- erläutern den Zusammenhang zwischen der reformatorischen Zuordnung von Freiheit und Verantwortung des Einzelnen vor Gott und Fragen heutiger evangelischer Lebensgestaltung,
- deuten die Auferstehung Jesu als Grundlage christlicher Hoffnung,
- erklären Grundzüge der Reformation und das sich daraus entwickelnde protestantische Selbstverständnis
- beschreiben, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen das eigene Selbst- und Weltverständnis erweitern kann,
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens,
- erläutern das evangelische Verständnis des Christentums und setzen es zu eigenen Überzeugungen in Beziehung
Urteilskompetenz
- beurteilen Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen,
- erörtern verschiedene Erscheinungsformen von Kirche am Maßstab ihrer bibli-schen Begründung und des reformatorischen Anspruchs („ecclesia semper reformanda“)
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- unterscheiden die Innen- und Außensicht auf religiöse Erfahrungen, Vorstellungen und Überzeugungen,
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- erschließen methodisch geleitet verbale (u. a. Gebete, Bekenntnisse, Glaubensformeln) und nichtverbale religiöse Zeugnisse (u. a. Rituale, Gebräuche, Bauwerke, künstlerische Darstellungen),
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Grundzüge der Reformation
- Luthers zentrale Entdeckung – Gottes- und Menschenbild
- Lebenspraktische Bedeutung des Rechtfertigungsgedankens
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
z.B. gemeinsame Arbeit mit dem Fach Geschichte – Reformationsgeschehen im Zusammenhang mit der Gesellschaft des Mittelalters
8.2
Wer bin ich? Als Mann, Frau, … leben und lieben. Identität finden und Beziehungen gestalten angesichts von Geschlechterrollen und Klischees
IF 1.1: Leben in partnerschaftlichen Beziehungen
IF 2.1: reformatorische Grundeinsichten als Grundlage der Lebensgestaltung
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- beschreiben in der Auseinandersetzung mit der biblischen Verbindung von Selbst- und Nächstenliebe den Zusammenhang von Selbstannahme und Beziehungsfähigkeit,
- beschreiben Gefühle und Erwartungen von Jungen und Mädchen im Hinblick auf Partnerschaft,
- unterscheiden Ansichten über die Bedeutung von Sexualität für die Gestaltung von Partnerschaft,
- beschreiben biblische Bilder vom Menschen und setzen sich mit deren Relevanz für die Gestaltung von Geschlechterbeziehungen heute auseinander,
- erklären den Gedanken der Rechtfertigung – die bedingungslose Annahme des Menschen durch Gott – als Grundlage evangelischen Glaubens,
- beschreiben beispielhaft lebenspraktische Konsequenzen, die sich für evangelische Christinnen und Christen in Geschichte und Gegenwart aus reformatorischen Einsichten ergaben bzw. ergeben,
- erläutern Zusammenhänge zwischen der Frage nach Sinn und Selbstverständnis des Menschen und religiösen bzw. säkularen Weltanschauungen.
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen,
- erkennen und analysieren Chancen und Herausforderungen von fachbezogenen, auch digitalen Medien für die Realitätswahrnehmung
Urteilskompetenz
- erörtern Regeln für gelingende Partnerschaft und Möglichkeiten des Umgangs mit misslingender Partnerschaft,
- beurteilen sexuelle Gemeinschaft unter der Perspektive wechselseitiger Verantwortung,
- setzen sich mit eigenem und gesellschaftlichem Geschlechterrollenverständnis auseinander und beurteilen diese vor dem Hintergrund der Heterogenität biblischer Bilder vom Menschen,
- beurteilen die Relevanz reformatorischer Einsichten für christlichen Glauben und die Sicht auf das Leben und die Menschen heute,
- beurteilen die Konsequenzen unterschiedlicher Weltdeutungen und Men-schenbilder für die Lebensgestaltung
- begründen ihre Urteile zu religiösen und ethischen Fragen,
- differenzieren zwischen lebensförderlichen und lebensfeindlichen Elementen der Religion in Kultur und Gesellschaft
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- kommunizieren und kooperieren respektvoll mit Vertreterinnen und Vertretern anderer religiöser und nichtreligiöser Überzeugungen und berücksichtigen dabei Unterschiede sowie Grenzen,
- nutzen Gestaltungsmittel von fachspezifischen Medienprodukten reflektiert unter Berücksichtigung ihrer Qualität, Wirkung und Aussageabsicht
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Männer- und Frauenbilder
- Biblische Bilder von Männern und Frauen (Bsp.: Rut, Abraham, Sara und Hagar)
- Erwartungen der SuS an eine Partnerin bzw. an einen Partner und an Partnerschaft
- Sexualität und Partnerschaft
- Bedingungen gelingender bzw. misslingender Partnerschaft
- Umgang mit enttäuschten Erwartungen
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
- z.B. Erarbeitung biblischer Texte
- z.B. Männer- bzw. Frauenrollen in youtube-Clips
- z.B. Kooperation mit Pro Familia, Lions Quest, …
8.3
Wem kann ich vertrauen? Orientierung finden auf dem Markt der religiösen Angebote
IF 4.1: Kirche und religiöse Gemeinschaften im Wandel
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
IF 7.1: religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft
IF 7.3: Fundamentalismus und Religion
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- unterscheiden Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften hinsichtlich ihrer religiösen Praxis, Gestalt und Funktion vor dem Hintergrund ihres jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontextes,
- setzen sich mit unterschiedlichen Welt- und Menschenbildern in neuen religiösen Gruppierungen und deren Konsequenzen für die Lebensgestaltung auseinander,
- erläutern die Möglichkeit manipulativer Verwendung religiöser Symbole und Rituale,
- unterscheiden religiösen Fundamentalismus von religiös verbrämtem Extremismus und identifizieren entsprechende Erscheinungsformen in der Gegenwart
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- beurteilen die Praxis religiöser und säkularer Gemeinschaften hinsichtlich ihres Beitrags für eine gelingende Lebensgestaltung,
- erörtern Möglichkeiten und Grenzen eines reformatorisch begründeten antifundamentalistischen Engagements
- differenzieren zwischen lebensförderlichen und lebensfeindlichen Elementen der Religion in Kultur und Gesellschaft,
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- nehmen ansatzweise die Perspektive von Menschen in anderen Lebenssituationen und anderen religiösen Kontexten ein und stellen reflektiert einen Bezug zum eigenen Standpunkt her,
- kommunizieren und kooperieren respektvoll mit Vertreterinnen und Vertretern anderer religiöser und nichtreligiöser Überzeugungen und berücksichtigen dabei Unterschiede sowie Grenzen,
- nutzen Gestaltungsmittel von fachspezifischen Medienprodukten reflektiert unter Berücksichtigung ihrer Qualität, Wirkung und Aussageabsicht
Methodenkompetenz
- setzen die Struktur von religiös relevanten Texten sowie von Arbeitsergebnissen in geeignete graphische Darstellungen um (digital und analog),
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Erkundung religiöser Angebote
- Merkmale religiöser Gemeinschaften
- Kriterien der Orientierung auf dem Markt religiöser Angebote: Wem kann ich vertrauen?
- Religiös begründete Freiheit und Unfreiheit
- „Sektencheck“
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
- z.B. Vergleich von Selbstdarstellungen religiöser Gemeinschaften (u.a. eigene Homepage) und Fremdbeschreibungen (u.a. Erfahrungsberichte von Aussteigerinnen bzw. Aussteigern)
- z.B. eigenständige Recherche mit Quellendarstellung
- z.B. Einladung einer bzw. eines Sektenbeauftragten
8.4
Ist Hoffnung realistisch? Jesu Rede vom Reich Gottes auf dem Prüfstand
IF 3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
IF 5.1: biblische Texte als gedeutete Glaubenserfahrungen
IF 7.1: religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- identifizieren Wundererzählungen, Gleichnisse und Passagen der Bergpredigt als Rede vom Reich Gottes,
- erläutern die Bedeutung von Wundererzählungen, Gleichnissen und Passagen der Bergpredigt als Orientierungsangebote,
- erklären an einem Beispiel aus der Bergpredigt, auf welche Weise Jesus die jüdische Tradition aufgreift,
- beschreiben in Grundzügen den Entstehungsprozess der Evangelien,
- unterscheiden zwischen historischen Ereignissen und deren Deutung in Glaubenserzählungen,
- deuten unterschiedliche biblische Glaubenserzählungen unter Berücksichtigung der Textgattung (u. a. Evangelien, Briefe) und im jeweiligen Kontext ihrer Entstehung,
- unterscheiden grundlegende Formen der Auslegung biblischer Texte, darunter insbesondere den historisch-kritischen Zugang
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens,
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- setzen sich mit der Frage der Umsetzbarkeit ethischer Orientierungen in der Bergpredigt auseinander,
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- setzen sich mit der Relevanz biblischer Texte für das eigene Selbst- und Weltverständnis auseinander,
- beurteilen die Konsequenzen ethischer Leitlinien und religiöser Vorschriften für die Lebensgestaltung
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- nehmen ansatzweise die Perspektive von Menschen in anderen Lebenssituationen und anderen religiösen Kontexten ein und stellen reflektiert einen Bezug zum eigenen Standpunkt her,
- kommunizieren und kooperieren respektvoll mit Vertreterinnen und Vertretern anderer religiöser und nichtreligiöser Überzeugungen und berücksichtigen dabei Unterschiede sowie Grenzen,
- prüfen Formen, Motive und Ziele von Aktionen zur Wahrung der Menschenwürde, weltweiter Gerechtigkeit und Frieden aus christlicher Motivation und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- beschreiben und erläutern religiöse Sprache in ihrer formalen und inhaltlichen Eigenart unter besonderer Berücksichtigung metaphorischer Rede
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Gesellschaftliche Utopien
- Reich Gottes-Gleichnisse
- Konkretionen der Rede vom Reich Gottes, z.B. Besitz vs. Konsumverzicht, Gewalt vs. Gewaltlosigkeit, Lösbarkeit von Konflikten
- Reich Gottes: Hoffnung auf Gerechtigkeit oder Vertröstung auf ein Leben nach dem Tod?
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
- z.B. biblische Hermeneutik, historisch-kritische Methode der Exegese
8.5
Ich engagiere mich! Diakonisches Handeln als Kirche für andere
IF 1.3: diakonisches Handeln
IF 3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
IF 4.1: Kirche und religiöse Gemeinschaften im Wandel
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- beschreiben verschiedene Zielgruppen und Formen diakonischen Handelns,
- beschreiben das christliche Verständnis diakonischen Handelns als Ausdruck und Gestaltung christlich motivierter Nächstenliebe,
- erläutern den Einsatz für Menschenwürde und Freiheit als Konsequenz aus der biblischen Rede von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen,
- erläutern die Bedeutung von Wundererzählungen, Gleichnissen und Passagen der Bergpredigt als Orientierungsangebote,
- unterscheiden Kirchen und andere religiöse Gemeinschaften hinsichtlich ihrer religiösen Praxis, Gestalt und Funktion vor dem Hintergrund ihres jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontextes
- beschreiben, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen das eigene Selbst- und Weltverständnis erweitern kann
Urteilskompetenz
- beurteilen an ausgewählten Beispielen, inwieweit diakonisches Handeln nach christlichem Verständnis Einsatz für Menschenwürde und Freiheit ist,
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- beurteilen die Praxis religiöser und säkularer Gemeinschaften hinsichtlich ihres Beitrags für eine gelingende Lebensgestaltung
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- nehmen ansatzweise die Perspektive von Menschen in anderen Lebenssituationen und anderen religiösen Kontexten ein und stellen reflektiert einen Bezug zum eigenen Standpunkt her,
- prüfen Formen, Motive und Ziele von Aktionen zur Wahrung der Menschenwürde, weltweiter Gerechtigkeit und Frieden aus christlicher Motivation und entwickeln eine eigene Haltung dazu,
- nutzen Gestaltungsmittel von fachspezifischen Medienprodukten reflektiert unter Berücksichtigung ihrer Qualität, Wirkung und Aussageabsicht
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Formen sozialen Engagements
- Diakonie in biblischer Perspektive, z.B. Lk 10,25-37, Mt 25, 31ff
- Diakonische Arbeit in der örtlichen Kirchengemeinde und im kommunalen Umfeld
- Möglichkeiten eines eigenen Engagements
Didaktisch-methodische Hinweise / digitale Bildung:
- z.B. ein Interview mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonie oder der Diakoniepfarrerin/dem Diakoniepfarrer führen
- z.B. Erstellen einer digitalen Übersicht der diakonischen Einrichtungen der Ortsgemeinde für die Homepage der Schule (Sozialpraktikum)
- z.B. gemeinsame Arbeit mit dem Fach Informatik zum Erstellen einer Website
- z.B. Besuch verschiedener diakonischer Einrichtungen der Ortsgemeinde
Anknüpfungspunkte zum Schulprogramm:
Vorbereitung des Sozialpraktikums in Klasse 9
Stufe 9
9.1
Vom Tod zum Leben: Kreuz und Auferstehung Jesu
IF 3.2: Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
IF 7.2: Umgang mit Tod und Trauer
IF 5.1: biblische Texte als gedeutete Glaubenserfahrungen
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- unterscheiden historische von bekenntnishafter Rede von der Auferstehung,
- erklären die theologische Differenzierung zwischen „Jesus“ und „Christus“,
- deuten die Auferstehung Jesu als Grundlage christlicher Hoffnung,
- vergleichen den christlichen Glauben an die Auferstehung mit anderen Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod,
- deuten unterschiedliche biblische Glaubenserzählungen unter Berücksichtigung der Textgattung (u. a. Evangelien, Briefe) und im jeweiligen Kontext ihrer Entstehung,
- bewerten an Beispielen die Rezeption biblischer Texte in der analogen und digitalen Medienkultur,
- beschreiben zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Selbst- und Weltverständnisses der großen Weltreligionen,
- vergleichen christliche und andere religiöse und säkulare Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod.
- unterscheiden religiöse Weltanschauungen von anderen Wahrheits- und Wirklichkeitskonzepten,
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens,
- erläutern Fragen nach Grund, Sinn und Ziel der Welt, des Menschen und der eigenen Existenz und ordnen unterschiedliche Antwortversuche ihren religiösen bzw. nichtreligiösen Kontexten zu,
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext
Urteilskompetenz
- erörtern andere religiöse Überzeugungen und nichtreligiöse Weltanschauungen
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- erschließen methodisch geleitet verbale (u. a. Gebete, Bekenntnisse, Glaubensformeln) und nichtverbale religiöse Zeugnisse (u. a. Rituale, Gebräuche, Bauwerke, künstlerische Darstellungen)
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Sammlung und Vergleich von Jenseitsvorstellungen
- Ostererzählungen
- Gerichtsvorstellungen
- Himmel, Hölle, Fegefeuer (in der Kunst)
- Tun-Ergehen-Zusammenhang
9.2
Umgangsformen mit der Erfahrung von Tod und Trauer
IF 7.2: Umgang mit Tod und Trauer
IF 7.1: religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft
IF 3.2: Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- deuten die Auferstehung Jesu als Grundlage christlicher Hoffnung (K80),
- vergleichen den christlichen Glauben an die Auferstehung mit anderen Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod (K81),
- identifizieren religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft und untersuchen deren Verwendung in nichtreligiösen Zusammenhängen (K116)
- unterscheiden religiöse und säkulare Symbole und Rituale im Umgang mit Tod und Trauer und setzen sich mit deren Bedeutung für die Bewältigung von Endlichkeitserfahrungen auseinander (K119),
- vergleichen christliche und andere religiöse und säkulare Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod (K120).
- unterscheiden religiöse Weltanschauungen von anderen Wahrheits- und Wirklichkeitskonzepten,
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens,
- erläutern Fragen nach Grund, Sinn und Ziel der Welt, des Menschen und der eigenen Existenz und ordnen unterschiedliche Antwortversuche ihren religiösen bzw. nichtreligiösen Kontexten zu,
- erläutern das evangelische Verständnis des Christentums und setzen es zu eigenen Überzeugungen in Beziehung
Urteilskompetenz
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- beurteilen zentrale Aussagen der Osterbotschaft hinsichtlich ihrer Gegenwartsrelevanz,
- beurteilen die wechselseitigen Einflüsse von Religiösem und Säkularem in der Gesellschaft,
- bewerten die Bedeutung von religiösen und säkularen Symbolen und Ritualen im Umgang mit Tod und Trauer,
- erörtern Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod
- erörtern andere religiöse Überzeugungen und nichtreligiöse Weltanschauungen,
- begründen ihre Urteile zu religiösen und ethischen Fragen
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- erschließen methodisch geleitet verbale (u. a. Gebete, Bekenntnisse, Glaubensformeln) und nichtverbale religiöse Zeugnisse (u. a. Rituale, Gebräuche, Bauwerke, künstlerische Darstellungen)
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Rituale und Symbole im Umgang mit Tod und Trauer
- Christliche Hoffnung auf die Auferstehung der Toten
- Besuch eines Friedhofes
- Trauerarbeit
- Hospizarbeit
- Suizid
- Grenze zwischen Leben und Tod (Nahtod, Hirntod, Organspende)
- Bestattungskultur im Wandel
9.3
Das Leben ist Leiden – das Welt- und Menschenbild im Hinduismus und Buddhismus
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
IF 7.1: religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft
IF 7.2: Umgang mit Tod und Trauer
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- erläutern zentrale Vorstellungen von Welt und Wirklichkeit in fernöstlichen Religionen im Hinblick auf ihre Konsequenzen für die Lebensgestaltung,
- unterscheiden religiöse und säkulare Symbole und Rituale im Umgang mit Tod und Trauer und setzen sich mit deren Bedeutung für die Bewältigung von Endlichkeitserfahrungen auseinander,
- vergleichen christliche und andere religiöse und säkulare Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein,
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- beurteilen die Konsequenzen unterschiedlicher Weltdeutungen und Menschenbilder für die Lebensgestaltung,
- beurteilen Möglichkeiten und Grenzen interreligiöser Begegnung und Verständigung,
- bewerten die Bedeutung von religiösen und säkularen Symbolen und Ritualen im Umgang mit Tod und Trauer,
- erörtern Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod
- erörtern andere religiöse Überzeugungen und nichtreligiöse Weltanschauungen,
- setzen sich mit Kritik an Religion auseinander und prüfen deren Berechtigung,
- reflektieren die Notwendigkeit einer wechselseitigen Verständigung von Religionen
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- kommunizieren und kooperieren respektvoll mit Vertreterinnen und Vertretern anderer religiöser und nichtreligiöser Überzeugungen und berücksichtigen dabei Unterschiede sowie Grenzen
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Buddhas religiöse Entdeckung und seine Schlussfolgerungen
- Vergleich von Buddhismus und Hinduismus
- „Westlicher Buddhismus“
- Buddhismus in der Popkultur
- Rolle des Buddhismus / Hinduismus in asiatischen Ländern
9.4
Gesellschaftliche Gerechtigkeitsvorstellungen
IF 1.2: prophetischer Protest
IF 3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
IF 4.2: Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- erläutern prophetische Rede und prophetisches Handeln als Kritik aus der Perspektive der Gerechtigkeit Gottes,
- erklären den Einsatz für Menschenwürde, Frieden und für die gerechte Gestaltung der Lebensverhältnisse aller Menschen als Konsequenz des biblischen Verständnisses von Gerechtigkeit,
- erläutern die Bedeutung von Wundererzählungen, Gleichnissen und Passagen der Bergpredigt als Orientierungsangebote,
- beschreiben an Beispielen grundlegende Aspekte der Beziehung von Kirche, Staat und Gesellschaft im Verlauf der Geschichte und in der Gegenwart
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- erörtern vor dem Hintergrund des biblischen Gerechtigkeitsbegriffs gesellschaftliches Engagement ausgewählter Personen, Gruppen bzw. Projekte,
- erörtern persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen einer am biblischen Freiheits-, Friedens- und Gerechtigkeitsverständnis orientierten Lebens- und Weltgestaltung, auch im Hinblick auf Herausforderungen durch den digitalen Wandel der Gesellschaft,
- setzen sich mit der Frage der Umsetzbarkeit ethischer Orientierungen in der Bergpredigt auseinander,
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- erörtern die Verantwortung von Kirche für Staat und Gesellschaft
- erörtern andere religiöse Überzeugungen und nichtreligiöse Weltanschauungen,
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- nehmen ansatzweise die Perspektive von Menschen in anderen Lebenssituationen und anderen religiösen Kontexten ein und stellen reflektiert einen Bezug zum eigenen Standpunkt her,
- prüfen Formen, Motive und Ziele von Aktionen zur Wahrung der Menschenwürde, weltweiter Gerechtigkeit und Frieden aus christlicher Motivation und entwickeln eine eigene Haltung dazu,
- nutzen Gestaltungsmittel von fachspezifischen Medienprodukten reflektiert unter Berücksichtigung ihrer Qualität, Wirkung und Aussageabsicht
Methodenkompetenz
- setzen die Struktur von religiös relevanten Texten sowie von Arbeitsergebnissen in geeignete graphische Darstellungen um (digital und analog),
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Konkurrierende Gerechtigkeitskonzepte
- Armut und Reichtum in globaler Perspektive
- Bildungsgerechtigkeit
- Jesu Rede von Gottes Gerechtigkeit
Stufe 10
10.1
Gott?! – Gottesglaube und Gotteszweifel
IF 3.2: Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi
IF 7.2: Umgang mit Tod und Trauer
IF 2.2: Auseinandersetzung mit der Gottesfrage zwischen Bekenntnis, Indifferenz und Bestreitung
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- unterscheiden Aussagen über Gott von Bekenntnissen des Glaubens an Gott,
- identifizieren die kritische Überprüfung von Gottesvorstellungen als Möglichkeit zur Korrektur und Vergewisserung von Glaubensüberzeugungen,
- identifizieren verschiedene Formen der Bestreitung oder Infragestellung Gottes sowie seiner Funktionalisierung,
- beschreiben historische Hintergründe der Kreuzigung Jesu,
- erläutern den Zusammenhang von Leben und Handeln Jesu und seinem Tod am Kreuz,
- vergleichen Merkmale des Gottesglaubens in Judentum, Christentum und Islam im Hinblick auf ihre Konsequenzen für die Lebensgestaltung,
- unterscheiden religiöse und säkulare Symbole und Rituale im Umgang mit Tod und Trauer und setzen sich mit deren Bedeutung für die Bewältigung von Endlichkeitserfahrungen auseinander
- beschreiben, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen das eigene Selbst- und Weltverständnis erweitern kann,
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glaubens
- erläutern Fragen nach Grund, Sinn und Ziel der Welt, des Menschen und der eigenen Existenz und ordnen unterschiedliche Antwortversuche ihren religiösen bzw. nichtreligiösen Kontexten zu,
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext
Urteilskompetenz
- erörtern und beurteilen Argumente für und gegen den Glauben an Gott,
- erörtern die biblisch-theologische Rede von der Unverfügbarkeit Gottes in Bezug auf menschliche Vorstellungen und Wünsche,
- bewerten die Bedeutung von religiösen und säkularen Symbolen und Ritualen im Umgang mit Tod und Trauer
Handlungskompetenz
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- analysieren methodisch geleitet biblische Texte sowie weitere religiös relevante Dokumente
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Konkrete Erfahrungen von Leid und Ungerechtigkeit
- Leiderfahrungen und Gottesbild
- Hiob und Psalmen
- Tun-Ergehen-Zusammenhang
- Kreuzestheologie
- Notfalltelefon – institutionalisierter Umgang mit Krisen
10.2
Im Namen der Wahrheit! Möglichkeiten des Umgangs mit Fundamentalismus in den Religionen
IF 4. 2: Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft
IF 5.1: biblische Texte als gedeutete Glaubenserfahrungen
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
IF 7.3: Fundamentalismus und Religion
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- beschreiben an Beispielen grundlegende Aspekte der Beziehung von Kirche, Staat und Gesellschaft im Verlauf der Geschichte und in der Gegenwart,
- unterscheiden grundlegende Formen der Auslegung biblischer Texte, darunter insbesondere den historisch-kritischen Zugang,
vergleichen die Bedeutung der Bibel im Christentum mit dem Stellenwert von heiligen Schriften in anderen Religionen, - erläutern unterschiedliche Vorstellungen von Welt und Wirklichkeit in Religionen und Weltanschauungen,
erläutern Zusammenhänge zwischen der Frage nach Sinn und Selbstverständnis des Menschen und religiösen bzw. säkularen Weltanschauungen, - unterscheiden religiösen Fundamentalismus von religiös verbrämtem Extremismus und identifizieren entsprechende Erscheinungsformen in der Gegenwart,
- erläutern die Möglichkeit manipulativer Verwendung religiöser Symbole und Rituale,
- erläutern Gemeinsamkeiten und Unterschiede religiös-fundamentalistischer und religiös verbrämter extremistischer Überzeugungen in unterschiedlichen Religionen in Bezug auf ihre Ursache und Wirkung
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext,
- erkennen und analysieren Chancen und Herausforderungen von fachbezogenen, auch digitalen Medien für die Realitätswahrnehmung
Urteilskompetenz
- erörtern unterschiedliche Verständnisweisen der Bibel als Wort Gottes,
- bewerten unterschiedliche Deutungen biblischer Aussagen in Bezug auf ihre Konsequenzen,
- beurteilen die Konsequenzen unterschiedlicher Weltdeutungen und Menschenbilder für die Lebensgestaltung,
beurteilen Möglichkeiten und Grenzen interreligiöser Begegnung und Verständigung, - erörtern Möglichkeiten und Grenzen eines reformatorisch begründeten antifundamentalistischen Engagements
- differenzieren zwischen lebensförderlichen und lebensfeindlichen Elementen der Religion in Kultur und Gesellschaft,
beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- unterscheiden die Innen- und Außensicht auf religiöse Erfahrungen, Vorstellungen und Überzeugungen,
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Faszination Fundamentalismus – die Faszination der einfachen Antworten
- Recherche: Fundamentalistische Gruppierungen und ihre Geschichte
- Verbindung Religion – Gesellschaft – Fundamentalismus
- Fundamentalismus und Gewalt
- Mediale Verbreitungsformen fundamentalistischer Überzeugungen
- Möglichkeiten antifundamentalistischen Engagements
10.3
Anpassung oder Widerstand? Christsein in der Zeit des Nationalsozialismus
IF 1. 2: prophetischer Protest
IF 2. 1: reformatorische Grundeinsichten als Grundlagen der Lebensgestaltung
IF 4. 3: Kirche in totalitären Systemen
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- erklären den Einsatz für Menschenwürde, Frieden und für die gerechte Gestaltung der Lebensverhältnisse aller Menschen als Konsequenz des biblischen Verständnisses von Gerechtigkeit,
- beschreiben beispielhaft lebenspraktische Konsequenzen, die sich für evangelische Christinnen und Christen in Geschichte und Gegenwart aus reformatorischen Einsichten ergaben bzw. ergeben,
- identifizieren Auswirkungen eines totalitären Systems auf kirchliche Strukturen und kirchliches Leben,
- beschreiben anhand von Biografien unterschiedliche Haltungen von Christinnen und Christen zum Machtanspruch eines totalitären Systems zwischen Anpassung und Widerstand,
- erläutern in Grundzügen am Beispiel der „Deutschen Christen“ und der „Bekennenden Kirche“ Reaktionsformen der evangelischen Kirchen auf das nationalsozialistische Regime in Deutschland zwischen 1933 und 1945
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext
Urteilskompetenz
- erörtern persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen einer am biblischen Freiheits-, Friedens- und Gerechtigkeitsverständnis orientierten Lebens- und Weltgestaltung, auch im Hinblick auf Herausforderungen durch den digitalen Wandel der Gesellschaft,
- erörtern die Verantwortung von Kirche für Staat und Gesellschaft,
- erörtern vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus bzw. anderer totalitärer Systeme die Frage nach Recht und Pflicht von Christinnen und Christen, totalitären Strukturen in Staat und Gesellschaft Widerstand entgegenzusetzen
- differenzieren zwischen lebensförderlichen und lebensfeindlichen Elementen der Religion in Kultur und Gesellschaft,
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein
- deuten religiöse Sprach-, Symbol- und Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen, sozialgeschichtlichen und wirkungsgeschichtlichen Kontext
Methodenkompetenz
- setzen die Struktur von religiös relevanten Texten sowie von Arbeitsergebnissen in geeignete graphische Darstellungen um (digital und analog),
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Kirche im Nationalsozialismus
- Kirchenpolitik der beiden großen Konfessionen im NS-Regime
- DC und BK
- Kirchliche Reaktionen auf Euthanasie / Holocaust
- Exemplarische Biographien von Christen im Widerstand
- Exkurs zur Kirche in der DDR:
- „Kirchenpolitik“ in der DDR
- Biographien von Christen in der DDR
- Rolle der Kirche in der Wendezeit
10.4
Kirche und Staat in der Gegenwart: Das Kirchenasyl
IF 1.2: prophetischer Protest
IF 1.3: diakonisches Handeln
IF 4.2: Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft
IF 5.1: biblische Texte als gedeutete Glaubenserfahrungen
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- erklären den Einsatz für Menschenwürde, Frieden und für die gerechte Gestaltung der Lebensverhältnisse aller Menschen als Konsequenz des biblischen Verständnisses von Gerechtigkeit,
- beschreiben das christliche Verständnis diakonischen Handelns als Ausdruck und Gestaltung christlich motivierter Nächstenliebe,
- erläutern den Einsatz für Menschenwürde und Freiheit als Konsequenz aus der biblischen Rede von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen,
- beschreiben an Beispielen grundlegende Aspekte der Beziehung von Kirche, Staat und Gesellschaft im Verlauf der Geschichte und in der Gegenwart
- ordnen religiöse Redeweisen und Gestaltungsformen in ihren religiös-kulturellen Zusammenhang ein
- erläutern das evangelische Verständnis des Christentums und setzen es zu eigenen Überzeugungen in Beziehung,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- erörtern vor dem Hintergrund des biblischen Gerechtigkeitsbegriffs gesellschaftliches Engagement ausgewählter Personen, Gruppen bzw. Projekte,
- erörtern persönliche und gesellschaftliche Konsequenzen einer am biblischen Freiheits-, Friedens- und Gerechtigkeitsverständnis orientierten Lebens- und Weltgestaltung, auch im Hinblick auf Herausforderungen durch den digitalen Wandel der Gesellschaft,
- beurteilen an ausgewählten Beispielen, inwieweit diakonisches Handeln nach christlichem Verständnis Einsatz für Menschenwürde und Freiheit ist,
- erörtern die Verantwortung von Kirche für Staat und Gesellschaft,
- etzen sich mit der Relevanz biblischer Texte für das eigene Selbst- und Weltverständnis auseinander
- begründen ihre Urteile zu religiösen und ethischen Fragen,
- identifizieren den Unterschied zwischen Meinung und begründetem Urteil
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- prüfen Formen, Motive und Ziele von Aktionen zur Wahrung der Menschenwürde, weltweiter Gerechtigkeit und Frieden aus christlicher Motivation und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Konkrete Beispiele für den Streit um Kirchenasyl
- Kirchenasyl im Laufe der Geschichte
- Biblische Legitimationen für Kirchenasyl
- Rolle und Selbstverständnis der Kirche in der Demokratie
10.5
Auf der Suche nach der perfekten Welt! Christliche Zukunftshoffnung
IF 3.1: Jesu Botschaft vom Reich Gottes
IF 5.1: biblische Texte als gedeutete Glaubenserfahrungen
IF 6.1: Weltbild und Lebensgestaltung in Religionen und Weltanschauungen
IF 7.1: religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
- identifizieren Wundererzählungen, Gleichnisse und Passagen der Bergpredigt als Rede vom Reich Gottes,
- erläutern die Bedeutung von Wundererzählungen, Gleichnissen und Passagen der Bergpredigt als Orientierungsangebote,
- deuten unterschiedliche biblische Glaubenserzählungen unter Berücksichtigung der Textgattung (u. a. Evangelien, Briefe) und im jeweiligen Kontext ihrer Entstehung,
- identifizieren religiöse Symbole in Kultur und Gesellschaft und untersuchen deren Verwendung in nichtreligiösen Zusammenhängen
- beschreiben, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen das eigene Selbst- und Weltverständnis erweitern kann,
- erläutern den besonderen Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch religiös begründeter Ausdrucks- und Lebensformen und deren lebenspraktische und gesellschaftliche Konsequenzen
Urteilskompetenz
- erörtern die lebenspraktische Bedeutung des Hoffnungshorizontes in der Botschaft Jesu vom Reich Gottes,
- setzen sich mit der Relevanz biblischer Texte für das eigene Selbst- und Weltverständnis auseinander,
- bewerten an Beispielen die Rezeption biblischer Texte in der analogen und digitalen Medienkultur,
- beurteilen die wechselseitigen Einflüsse von Religiösem und Säkularem in der Gesellschaft
- beurteilen die gesellschaftliche Bedeutung religiöser Überzeugungen und religiöser Institutionen
Handlungskompetenz
- vertreten zu religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen einen eigenen Standpunkt,
- beschreiben die Bedeutung religiöser Ausdrucksformen für den Umgang mit existenziellen Erfahrungen und entwickeln eine eigene Haltung dazu
Methodenkompetenz
- bewerten angeleitet Rechercheergebnisse zu religiös relevanten Themen, auch aus webbasierten Medien, und bereiten diese themen- und adressatenbezogen auf
Mögliche Unterrichtsbausteine:
- Apokalyptische Bilder in der Popkultur / in Filmen / in Büchern etc.
- Utopien vs. Dystopien
- Biblische Vorstellungen vom Ende der Welt
- Die Vision des Reiches Gottes
- Verantwortung für die Zukunft
Einführungsphase (EF)
Schulinterner Lehrplan der Einführungsphase: Rahmenbedingungen, Unterrichtsvorhaben, Grundsätze
1 – Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit
- Das Fach Evangelische Religionslehre wird am Woeste Gymnasium von derzeit sechs Kollegen unterrichtet, von denen vier die Lehrberechtigung für die Sekundarstufe II haben.
- Fest in den Unterricht integriert ist der jährliche ökumenische Adventsgottesdienst am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien.
- In der Oberstufe soll jeder Schüler einmal eine religiöse Schulwoche durchlaufen. Da das Angebot der Landeskirche nicht in den notwendigen Abständen zur Verfügung steht, kann in Zusammenarbeit mit dem Dekanat und dem evangelischen Kirchenkreis Iserlohn ein religiöser Schultag durchgeführt werden. Auch für die weitere Gestaltung des Unterrichts kann auf Angebote der Kirchengemeinden zurückgegriffen werden.
- In der Jahrgangsstufe Q1 findet jährlich ein Exkursionstag statt. Über das jeweilige Ziel entscheiden die Fachlehrer der Fachschaft Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre und Philosophie.
- Derzeit ist für die gesamte Oberstufe kein Lehrbuch eingeführt. Über die geeignete Materialauswahl zu den jeweiligen Reihenthemen entscheidet der Fachlehrer selbstständig.
- In jeder Stufe werden regelmäßig ein bis zwei Grundkurse in Evangelischer Religionslehre angeboten. Die Möglichkeit eines Leistungskurses besteht nicht.
2 – Entscheidungen zum Unterricht EF (Einführungsphase)
Hinweis: Die folgend dargestellte Umsetzung der verbindlichen Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans findet auf zwei Ebenen statt. Das Übersichtsraster gibt den Lehrkräften einen raschen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr. In dem Raster sind außer dem Thema des jeweiligen Vorhabens das schwerpunktmäßig damit verknüpfte Inhaltsfeld bzw. die Inhaltsfelder sowie die inhaltlichen Schwerpunkte des Vorhabens ausgewiesen. Die Konkretisierung der Unterrichtsvorhaben führt dann die zugehörigen Kompetenzerwartungen ausführlich auf.
Unterrichtsvorhaben im 1. Halbjahr
I
Wohin gehöre ich? – Die Bedeutung von Religion und Kirche für heutige Jugendliche
IF 6 Die christliche Hoffnung auf Vollendung
IF 4 Die Kirche und ihre Aufgaben in der Welt
Inhaltliche Schwerpunkte
- Christliche Lebensentwürfe und Zukunftsvorstellungen
- Die Bedeutung der Religion für die eigene Lebensgestaltung
- Kirche als Leib Christi und Gemeinschaft der Glaubenden
II
Die biblische Sicht auf den Menschen im Spannungsverhältnis zur Naturwissenschaft
IF 1 Der Mensch in christlicher Perspektive
IF 6 Die christliche Hoffnung auf Vollendung
Inhaltliche Schwerpunkte
- Der Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes: Der erste Schöpfungsbericht
- Christliche Lebensentwürfe und Zukunftsvorstellungen
- Trennung zwischen und Verbindung von Religion und Naturwissenschaften
III
Wissenschaftlich orientierter Umgang mit der Bibel
IF 4 Die Kirche und ihre Aufgaben in der Welt
IF 6 Die christliche Hoffnung auf Vollendung
Inhaltliche Schwerpunkte:
- Sichtweisen der Bibel als Buch
- Quellenscheidung AT
- Entwicklung der historisch – kritischen Auslegung
- Entstehung des AT und NT
Dieses Vorhaben geht teilweise über die Obligatorik hinaus.
Unterrichtsvorhaben im 2. Halbjahr
IV
Wer bin ich? – Antworten der biblisch-theologischen Anthropologie als Angebote zur Identitätsfindung
IF 1 Der Mensch in christlicher Perspektive
IF 5 Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation
Inhaltliche Schwerpunkte
- Der Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes: Was macht den Menschen aus?
- Ist der Mensch gut oder böse?
- Schöpfungsverantwortung und der Umgang mit Leben
V
Dürfen wir alles, was wir können? – Der Mensch zwischen Weltgestaltung und Weltzerstörung
IF 5 Verantwortliches Handeln
IF 1 Der Mensch in christlicher Perspektive
Inhaltliche Schwerpunkte
- Deutungsmodelle für menschliche Moral und Verhaltensweisen
- Der Mensch als Geschöpf seiner Gesellschaft
3 – Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit
In Absprache mit der Lehrerkonferenz sowie unter Berücksichtigung des Schulprogramms sowie des Curriculums für das Methodentraining hat die Fachkonferenz ER die folgenden fachmethodischen und fachdidaktischen Grundsätze beschlossen:
- Das Fach ER setzt das Methodenkonzept der Schule fachspezifisch um.
- Grundsätze zum überfachlichen Aufbau von Methodenkompetenz.
- Ganzschriften und projektorientierte Unterrichtsreihen sollen im Rahmen der konkreten Gestaltung der einzelnen Unterrichtsvorhaben durch die Lehrkräfte eingesetzt werden. Eine dezidierte Festlegung wird nicht vorgenommen, aber jeder Schüler und jede Schülerin soll im Laufe des Durchgangs durch die gymnasiale Oberstufe mindestens einmal Gelegenheit gehabt haben, eine Ganzschrift zu lesen.
Fachdidaktische Grundsätze
- Die fachliche Auseinandersetzung im ER wird grundsätzlich so angelegt, dass die theologischen Inhalte immer in ihrer Verschränkung und wechselseitigen Erschließung zu den Erfahrungen der Menschen bzw. der Schülerinnen und Schüler sowie konkurrierender Deutungen thematisiert werden.
- Der Ausgangspunkt des Lernens ist in der Regel eine lebensnahe Anforderungssituation oder es sind die Erfahrungen und Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler zu einem fachspezifischen Problem oder einer fachlich bedeutsamen Frage.
- Es kommen im ER grundsätzlich je nach Zielsetzung, Fragestellung und Thematik unterschiedliche religionsdidaktische Paradigmen (traditionserschließend, problemorientiert, symboldidaktisch, performativ) zum Tragen. Dabei entscheiden die Lehrkräfte in eigener Verantwortung, in welchen Zusammenhängen sie welches religionsdidaktische Paradigma als Zugang und Strukturierungsinstrument wählen.
- Im ER wird den Möglichkeiten originaler Begegnungen Gewicht beigemessen, da sich auf diese Weise religiöse Lernprozesse anregen lassen, die anderweitig nicht induziert werden können. Daher gehören Exkursionen (in der Q1) oder der Besuch außerschulischer Lernorte sowie die Einladung von Experten in den Unterricht zu Gestaltungselementen des ER in der gymnasialen Oberstufe.
4 – Grundsätze der Leistungsbewertung
Nähere Informationen zur Bewertung der Sonstigen Leistungen bietet diese Webseite.
Darüber hinaus kann das Fach ab der Jahrgangsstufe EF schriftlich angewählt werden. In der EF wird im ersten Halbjahr zunächst eine Klausur geschrieben, im zweiten Halbjahr der EF sowie in der Q1 und Q2 folgen jeweils zwei Klausuren pro Halbjahr.
5 – Lehr- und Lernmittel
In der gymnasialen Oberstufe ist kein Lehrbuch am Woeste-Gymnasium eingeführt worden, da bisher kein Verlag in zufriedenstellender Weise die Bedürfnisse der ER in der Oberstufe berücksichtigt. Daher verwendet jeder Lehrer selbstständig seine Materialien.
6 – Qualitätssicherung und Evaluation
- Das schulinterne Curriculum stellt keine starre Größe dar, sondern ist als „lebendes Dokument“ zu betrachten. Dementsprechend sind die Inhalte stetig zu überprüfen, um ggf. Modifikationen vornehmen zu können. Die Fachkonferenz als professionelle Lerngemeinschaft trägt durch diesen Prozess zur Qualitätsentwicklung und damit zur Qualitätssicherung des Faches bei.
- Die Fachschaft evaluiert die unterrichtliche Umsetzung des schulinternen Curriculums und prüft z.B. die Verteilung der Unterrichtsvorhaben auf die Halbjahre, ihren zeitlichen Umfang, ihre Gestaltung, die Leistungsfähigkeit der KSA.
- Die Evaluation erfolgt jahrgangsübergreifend: Die Mitglieder nutzen die Auswertung der Erfahrungen für den nachfolgenden Jahrgang.
- Sukzessive überarbeitet die Fachschaft die Unterrichtsvorhaben, sodass jeweils zwei Wochen vor dem Ende eines Halbjahres die Unterrichtsvorhaben des folgenden Halbjahres ausgearbeitet schriftlich vorliegen.
- Ein entscheidender Bedingungsfaktor für die Arbeit der Fachschaft am KLP und seiner curricularen Umsetzung ist die faktische Belegung des Faches ER. So ist von zentraler Bedeutung, dass und ob weiterhin das Fach ER in der gesamten Qualifikationsphase unterrichtet und somit als Abiturfach gewählt werden kann. In diesem Zusammenhang ist möglichen Lerngruppenänderungen (z.B. Abwahl von ER und Belegung von Philosophie oder umgekehrt, die Zusammenlegung von parallelen Kursen ER, Bildung von Kursen nach Anlage 2 APO-GOSt) besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
- Die Mitglieder informieren sich über Fortbildungsangebote, die die Umsetzung des KLP betreffen und von der Bezirksregierung, den Schulreferaten, den Pädagogischen Instituten Villigst und Bonn-Bad Godesberg und weiteren Trägern angeboten werden.
- In der ersten Fachkonferenz des Schuljahres sollten folgende Aspekte angesprochen und geeignete Verabredungen getroffen werden:
- Personelle Ressourcen: Unterrichtsverteilung, Lehrerversorgung im Fach, perspektivische Veränderungen …
- Sächliche Ressourcen: Räume, Lehrwerke, Fachzeitschriften, Bibliothek, SLZ, mediale Ausstattung …
- Planungen zu den außerunterrichtlichen Veranstaltungen
- Die Fachkonferenz erstellt einen verbindlichen Arbeits- und Zeitplan für das Schuljahr und regelt die Verantwortlichkeiten.
EF, Vorhaben I: Wohin gehöre ich? – Die Bedeutung von Religion und Kirche für heutige Jugendliche
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- unterscheiden verschiedene Funktionen und Ämter der Kirche (u.a. prophetisch, diakonisch), die ihr gesellschaftlich und theologisch zugeordnet werden.
Deutungskompetenz
- beschreiben mögliche Beiträge christlicher Hoffnung zur Bewältigung von Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben.
Wahrnehmungskompetenz
- identifizieren in Alltagssituationen religiöse Frage,
- vergleichen eigene Erfahrungen und Überzeugungen mit den Aussagen des christlichen Glauben,
- identifizieren Religion als eine das eigene Leben und die gesellschaftliche Wirklichkeit gestaltende Dimension.
Deutungskompetenz
- setzen Glaubensaussagen in Beziehung zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit und zeigen deren Bedeutung auf.
Urteilskompetenz
- erörtern auf der Grundlage einer gründlichen Auseinandersetzung säkulare Zukunftsvorstellungen und Vorstellungen christlicher Hoffnung,
- erörtern Auswirkungen der verschiedenen Zukunftsvisionen auf die Lebenshaltung und -gestaltung des einzelnen Menschen,
- bewerten die Tragfähigkeit der Hoffnung, die sich aus unterschiedlichen Sinnangeboten ergibt,
- erörtern Möglichkeiten und Probleme von Institutionalisierung,
- beurteilen den Prozess der Institutionalisierung der Gemeinschaft der Glaubenden als Kirche.
- erörtern Anfragen an Religiosität und christlichen Glauben.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- prüfen Möglichkeiten und Grenzen der Toleranz gegenüber religiösen und nicht-religiösen Überzeugungen, entwickeln dazu eine eigene Position und leiten daraus Konsequenzen für das eigene Verhalten ab.
Gestaltungskompetenz
- gestalten unter Nutzung vorgefundener traditioneller Formen eigene religiöse Ausdrucksformen und beschreiben ihre dabei gemachten Erfahrungen.
Methodenkompetenz
- beschreiben Sachverhalte in begrenzten thematischen Zusammenhängen unter Verwendung eines Grundrepertoires theologischer Begriffe.
EF, Vorhaben II: Die biblische Sicht auf den Menschen im Spannungsverhältnis zur Naturwissenschaft
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- benennen an Beispielen aus der biblischen Urgeschichte (Gen.1-11) wesentliche Aspekte einer biblisch-christlichen Sicht des Menschen,
- unterscheiden verschiedene Weisen von Vergangenheit und Zukunft zu sprechen,
- grenzen die Eigenart christlicher Zukunftshoffnung von säkularen Zukunftsvorstellungen ab.
Deutungskompetenz
- erläutern am Beispiel der biblischen Schöpfungserzählungen Aspekte einer biblisch-christlichen Sicht des Menschen vor seinem historischen Hintergrund.
Wahrnehmungskompetenz
- unterscheiden säkulare von religiösen, insbesondere christlichen Deutungsangeboten.
Urteilskompetenz
- beurteilen die biblische Rede von Geschöpf und Ebenbild Gottes hinsichtlich ihrer lebenspraktischen Konsequenzen.
- erörtern religiöse und säkulare Deutungsangebote im Hinblick auf ihre Tragfähigkeit, Plausibilität und Glaubwürdigkeit,
- erörtern religiöse und säkulare Deutungsangebote im Kontext der Pluralität.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- formulieren zu weniger komplexen Fragestellungen eigene Positionen und legen sie argumentativ dar.
Gestaltungskompetenz
- gestalten Formen eines konstruktiven Austausches zu kontroversen Themen im Dialog mit religiösen und nicht-religiösen Überzeugungen.
Methodenkompetenz
- identifizieren Merkmale religiöser Sprache, benennen ihre Besonderheiten und erläutern ihre Bedeutung.
Über die Obligatorik hinaus:
- Die Schülerinnen und Schüler verbinden naturwissenschaftliche Theorien / Sichtweisen von der Entstehung der Welt und des Menschen mit theologischen Entwürfen.
EF, Vorhaben III: Wissenschaftlich orientierter Umgang mit der Bibel
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- erläutern die nachösterlichen Anfänge der christlichen Gemeinden und ihrer Strukturen aus verschiedenen biblischen Perspektiven.
Deutungskompetenz
- erläutern das Bild vom „Leib Christi“ und seine Bedeutung für das Selbstverständnis von Kirche zwischen Institution, sozialer Gemeinschaft und Gestalt des Heiligen Geistes,
- beschreiben die Entwicklung der Gemeinden zur christlichen Kirche und deuten sie im Kontext der Institutionalisierung der Gemeinschaft der Glaubenden,
- unterscheiden zwischen Zukunft als futurum und als adventus.
Wahrnehmungskompetenz
- benennen formale Gestaltungselemente religiöser Ausdrucksformen wie Gebet, Lied, Bekenntnis und identifizieren sie in unterschiedlichen Anwendungssituationen.
Methodenkompetenz
- beschreiben Sachverhalte in begrenzten thematischen Zusammenhängen unter Verwendung eines Grundrepertoires theologischer Begriffe,
- erläutern einzelne Schritte einer historisch-kritischen Texterschließung,
- erschließen angeleitet biblische Texte unter Berücksichtigung unterschiedlicher methodischer Zugänge,
- analysieren sprachliche, bildlich-gestalterische und performative Ausdrucksformen zu religiös relevanten Inhalten unter der Berücksichtigung ihrer Formsprache,
- analysieren kriterienorientiert biblische, kirchliche, theologische und andere religiös relevante Dokumente in Grundzügen.
Über die Obligatorik hinausgehende Kompetenzerwartungen zu den Themen:
- Sichtweisen der Bibel als Buch
- Quellenscheidung im Pentateuch
- Entwicklung der historisch – kritischen Auslegung
- Entstehung des At und NT
EF, Vorhaben IV: Wer bin ich? – Antworten der biblisch-theologischen Anthropologie als Angebote zur Identitätsfindung
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- unterscheiden differierende Menschenbilder hinsichtlich ihrer Aussagen zum Wesen, der Bestimmung und den Handlungsspielräumen des Menschen,
- benennen an Beispielen aus der biblischen Urgeschichte (Gen.1-11) wesentliche Aspekte einer biblisch-christlichen Sicht des Menschen,
- beschreiben konkrete Situationen des Umgangs mit menschlichem Leben als ethische Herausforderungen.
Deutungskompetenz
- erläutern am Beispiel der biblischen Schöpfungserzählungen Aspekte einer biblisch-christlichen Sicht des Menschen vor seinem historischen Hintergrund,
- stellen Zusammenhänge zwischen ethischen sowie religiösen Prinzipien und der Frage nach dem Umgang mit Leben her,
- stellen vor dem eigenen biographischen Hintergrund die Genese ihrer Vorstellungen vom Menschen – als Frau und Mann – dar.
Wahrnehmungskompetenz
- benennen formale Gestaltungselemente religiöser Ausdrucksformen wie Gebet, Lied, Bekenntnis und identifizieren sie in unterschiedlichen Anwendungssituationen.
Deutungskompetenz
- erläutern Ausgangspunkte menschlichen Fragens nach dem Ganzen der Wirklichkeit und dem Grund und Sinn der persönlichen Existenz,
- entfalten unterschiedliche Antwortversuche auf das menschliche Fragen nach Grund, Sinn und Ziel der Welt des Menschen und der eigenen Existenz.
Urteilskompetenz
- beurteilen die biblische Rede von Geschöpf und Ebenbild Gottes hinsichtlich ihrer lebenspraktischen Konsequenzen,
- beurteilen verschiedene ethische Positionen zum Umgang mit Leben und wägen diese in ihren Konsequenzen gegeneinander ab.
- erörtern religiöse und säkulare Deutungsangebote im Hinblick auf ihre Tragfähigkeit, Plausibilität und Glaubwürdigkeit.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- formulieren zu weniger komplexen Fragestellungen eigene Positionen und legen sie argumentativ dar.
Methodenkompetenz
- erschließen angeleitet biblische Texte unter Berücksichtigung unterschiedlicher methodischer Zugänge.
EF, Vorhaben V: „Dürfen wir alles, was wir können?“ – Der Mensch zwischen Weltgestaltung und Weltzerstörung
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- beschreiben konkrete Situationen des Umgangs mit menschlichem Leben als ethische Herausforderungen,
- identifizieren christliche Beiträge in der gesellschaftlichen Diskussion zu Natur und Umwelt unter dem Aspekt „Schöpfungsverantwortung“,
- unterscheiden differierende Menschenbilder hinsichtlich ihrer Aussagen zum Wesen, der Bestimmung und den Handlungsspielräumen des Menschen.
Deutungskompetenz
- deuten ethische Herausforderungen als religiös relevante Entscheidungssituationen,
- stellen Zusammenhänge zwischen ethischen sowie religiösen Prinzipien und der Frage nach dem Umgang mit Leben her,
- stellen Konsequenzen der biblischen Rede von der Schöpfung für den Umgang mit Natur und Mitwelt dar.
Wahrnehmungskompetenz
- identifizieren Religion als eine das eigene Leben und die gesellschaftliche Wirklichkeit gestaltende Dimension.
Urteilskompetenz
- beurteilen verschiedene ethische Positionen zum Umgang mit Leben und wägen diese in ihren Konsequenzen gegeneinander ab,
- beurteilen christliche Stellungnahmen zu ethischen Problemen im Horizont biblischer Begründungen,
- bewerten die Schlüssigkeit, Tragfähigkeit und die Konsequenzen der verschiedenen Redeweisen von „Natur“ und „Schöpfung“ in ethischen Kontexten und an Beispielen verantwortlichen Handelns.
- erörtern Anfragen an Religiosität und christlichen Glauben.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- nehmen die Perspektive einer anderen Position bzw. religiösen Überzeugung ein und berrücksichtigen diese im Dialog mit anderen.
Gestaltungskompetenz
- gestalten Formen eines konstruktiven Austausches zu kontroversen Themen im Dialog mit religiösen und nicht-religiösen Überzeugungen.
Qualifikationsphase
Schulinterner Lehrplan der Qualifikationsphase: Rahmenbedingungen, Unterrichtsvorhaben, Grundsätze
1 – Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit
- Das Fach Evangelische Religionslehre wird am Woeste Gymnasium von derzeit sechs Kollegen unterrichtet, von denen vier die Lehrberechtigung für die Sekundarstufe II haben.
- Fest im Unterricht integriert ist der jährliche ökumensiche Adventsgottesdienst am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien.
- In der Oberstufe soll jeder Schüler einmal eine religiöse Schulwoche durchlaufen. Da das Angebot der Landeskirche nicht in den notwendigen Abständen verfügbar ist, kann in Zusammenarbeit mit dem Dekanat und dem evangelischen Kirchenkreis Iserlohn ein religiöser Schultag durchgeführt werden. Auch für die weitere Gestaltung des Unterrichts kann auf Angebote der Kirchengemeinden zurückgegriffen werden.
- In der Jahrgangsstufe Q1 findet jährlich ein Exkursionstag statt. Über das jeweilige Ziel entscheiden die Fachlehrer der Fachschaft Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre und Philosophie.
- Derzeit ist für die gesamte Oberstufe kein Lehrbuch eingeführt. Über die geeignete Materialauswahl zu den jeweiligen Reihenthemen entscheidet der Fachlehrer selbstständig.
- In jeder Stufe werden regelmäßig ein bis zwei Grundkurse in Evangelischer Religionslehre angeboten. Die Möglichkeit eines Leistungskurses besteht nicht.
2 – Entscheidungen zum Unterricht in der Qualifikationsphase
Hinweis: Die folgend dargestellte Umsetzung der verbindlichen Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans findet auf zwei Ebenen statt. Das Übersichtsraster gibt den Lehrkräften einen raschen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr. In dem Raster sind außer dem Thema des jeweiligen Vorhabens das schwerpunktmäßig damit verknüpfte Inhaltsfeld bzw. die Inhaltsfelder sowie die inhaltlichen Schwerpunkte des Vorhabens ausgewiesen. Die Konkretisierung der Unterrichtsvorhaben führt dann die zugehörigen Kompetenzerwartungen ausführlich auf.
Geringfügige Änderungen sind durch die wechselnden Vorgaben des Zentralabiturs möglich.
Unterrichtsvorhaben in der Stufe Q1
I
Jesus der Christus
IF 3 Das Evangelium von Jesus Christus
3.1 Reich Gottes Verkündigung Jesu in Wort und Tat
3.2 Jesus von Nazareth, der Christus: Kreuz und Auferweckung IF 6 Die christliche Hoffnung auf Vollendung
Inhaltliche Schwerpunkte
- Der historische Jesus
- Lehre Jesu: Bergpredigt, Gleichnisse
- Tod und Auferstehung
- Apokalyptische Vorstellungen
II
Die Entwicklung von der Urgemeinde zur EKD
IF 4 Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt
4.1 Der Auftrag der Kirche in einer sich wandelnden Welt (Kirche und Staat) IF 1 Der Mensch in christlicher Perspektive
1.1 Der Mensch zwischen Freiheit und Verantwortung
Inhaltliche Schwerpunkte
- Urgemeinde
- Christenverfolgung
- Konstantinische Wende
- Kreuzzüge
- Reformation
- Kirche im Nationalsozialismus
III
Hoffnungsbilder des Glaubens angesichts des Bewusstseins eigener Sterblichkeit und Untergangsszenarien IF 6 Die christliche Hoffnung auf Vollendung
6.1 Apokalytische Bilder von Angst und Hoffnung
IF 1 Der Mensch in christlicher Perspektive
1.1 Der Mensch zwischen Freiheit und Verantwortung
- Apokalytische Vorstellungen
- Utopien und Dystopien
- biblische Schriften (Offenbarung des Johannes,…)
- Beispiele aus der moderneren Literatur (1984, Brave New World,…)
Unterrichtsvorhaben in der Stufe Q2
IV
Das Verhältnis von Gott und Mensch
IF 2 Christliche Antworten auf die Gottesfrage
2.1 Die Frage nach der Existenz Gottes
2.2 Biblisches Reden von Gott IF 5 Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation
5.1 Gerechtigkeit und Frieden
Inhaltliche Schwerpunkte:
- Gottesbilder
- Gotteskritik
- Gottesbeweise
- Theodizee (Hiob)
V
Handeln in christlicher Verantwortung
IF 5 Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation
5.1 Gerechtigkeit und Frieden IF 1 Der Mensch in christlicher Prespektive
1.1 Der Mensch zwischen Freiheit und Verantwortung
- Bio-Ethik (z.B. Sterbehilfe, Klonen)
- Christliche Bedeutung von Gerechtigkeit
3 – Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit
In Absprache mit der Lehrerkonferenz sowie unter Berücksichtigung des Schulprogramms sowie des Curriculums für das Methodentraining hat die Fachkonferenz ER die folgenden fachmethodischen und fachdidaktischen Grundsätze beschlossen:
- Das Fach ER setzt das Methodenkonzept der Schule fachspezifisch um.
- Grundsätze zum überfachlichen Aufbau von Methodenkompetenz.
- Ganzschriften und projektorientierte Unterrichtsreihen sollen im Rahmen der konkreten Gestaltung der einzelnen Unterrichtsvorhaben durch die Lehrkräfte eingesetzt werden. Eine dezidierte Festlegung wird nicht vorgenommen, aber jeder Schüler und jede Schülerin soll im Laufe des Durchgangs durch die gymnasiale Oberstufe mindestens einmal Gelegenheit gehabt haben, eine Ganzschrift zu lesen.
Fachdidaktische Grundsätze
- Die fachliche Auseinandersetzung im ER wird grundsätzlich so angelegt, dass die theologischen Inhalte immer in ihrer Verschränkung und wechselseitigen Erschließung zu den Erfahrungen der Menschen bzw. der Schülerinnen und Schüler sowie konkurrierender Deutungen thematisiert werden.
- Der Ausgangspunkt des Lernens ist in der Regel eine lebensnahe Anforderungssituation oder es sind die Erfahrungen und Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler zu einem fachspezifischen Problem oder einer fachlich bedeutsamen Frage.
- Es kommen im ER grundsätzlich je nach Zielsetzung, Fragestellung und Thematik unterschiedliche religionsdidaktische Paradigmen (traditionserschließend, problemorientiert, symboldidaktisch, performativ) zum Tragen. Dabei entscheiden die Lehrkräfte in eigener Verantwortung, in welchen Zusammenhängen sie welches religionsdidaktische Paradigma als Zugang und Strukturierungsinstrument wählen.
- Im ER wird den Möglichkeiten originaler Begegnungen Gewicht beigemessen, da sich auf diese Weise religiöse Lernprozesse anregen lassen, die anderweitig nicht induziert werden können. Daher gehören Exkursionen (in der Q1) oder der Besuch außerschulischer Lernorte sowie die Einladung von Experten in den Unterricht zu Gestaltungselementen des ER in der gymnasialen Oberstufe.
4 – Grundsätze der Leistungsbewertung
Nähere Informationen zur Bewertung der Sonstigen Leistungen befinden sich auf dieser Webseite.
Darüber hinaus kann das Fach ab der Jahrgangsstufe EF schriftlich angewählt werden. In der EF wird im ersten Halbjahr zunächst eine Klausur geschrieben, im zweiten Halbjahr der EF und in der Q1 und Q2 folgen jeweils zwei Klausuren pro Halbjahr.
5 – Lehr- und Lernmittel
In der gymnasialen Oberstufe ist kein Lehrbuch am Woeste-Gymnasium eingeführt worden, da bisher kein Verlag in zufriedenstellender Weise die Bedürfnisse der ER in der Oberstufe berücksichtigt. Daher verwendet jeder Lehrer selbstständig seine Materialien.
6 – Qualitätssicherung und Evaluation
- Das schulinterne Curriculum stellt keine starre Größe dar, sondern ist als „lebendes Dokument“ zu betrachten. Dementsprechend sind die Inhalte stetig zu überprüfen, um ggf. Modifikationen vornehmen zu können. Die Fachkonferenz als professionelle Lerngemeinschaft trägt durch diesen Prozess zur Qualitätsentwicklung und damit zur Qualitätssicherung des Faches bei.
- Die Fachschaft evaluiert die unterrichtliche Umsetzung des schulinternen Curriculums und prüft z.B. die Verteilung der Unterrichtsvorhaben auf die Halbjahre, ihren zeitlichen Umfang, ihre Gestaltung, die Leistungsfähigkeit der KSA.
- Die Evaluation erfolgt jahrgangsübergreifend: Die Mitglieder nutzen die Auswertung der Erfahrungen für den nachfolgenden Jahrgang.
- Sukzessive überarbeitet die Fachschaft die Unterrichtsvorhaben, sodass jeweils zwei Wochen vor dem Ende eines Halbjahres die Unterrichtsvorhaben des folgenden Halbjahres ausgearbeitet schriftlich vorliegen.
- Ein entscheidender Bedingungsfaktor für die Arbeit der Fachschaft am KLP und seiner curricularen Umsetzung ist die faktische Belegung des Faches ER. So ist von zentraler Bedeutung, dass und ob weiterhin das Fach ER in der gesamten Qualifikationsphase unterrichtet und somit als Abiturfach gewählt werden kann. In diesem Zusammenhang ist möglichen Lerngruppenänderungen (z.B. Abwahl von ER und Belegung von Philosophie oder umgekehrt, die Zusammenlegung von parallelen Kursen ER, Bildung von Kursen nach Anlage 2 APO-GOSt) besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
- Die Mitglieder informieren sich über Fortbildungsangebote, die die Umsetzung des KLP betreffen und von der Bezirksregierung, den Schulreferaten, den Pädagogischen Instituten Villigst und Bonn-Bad Godesberg sowie weiteren Trägern angeboten werden.
- In der ersten Fachkonferenz des Schuljahres sollten folgende Aspekte angesprochen und geeignete Verabredungen getroffen werden:
- Personelle Ressourcen: Unterrichtsverteilung, Lehrerversorgung im Fach, perspektivische Veränderungen …
- Sächliche Ressourcen: Räume, Lehrwerke, Fachzeitschriften, Bibliothek, SLZ, mediale Ausstattung …
- Planungen zu den außerunterrichtlichen Veranstaltungen
- Die Fachkonferenz erstellt einen verbindlichen Arbeits- und Zeitplan für das Schuljahr und regelt die Verantwortlichkeiten.
Q1/Q2, Vorhaben I: Jesus der Christus
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- stellen Jesu Botschaft vom Reich Gottes anhand der Gleichnisse und der Bergpredigt dar,
- stellen zentrale Aspekte der biblischen Überlieferung von Passion, Kreuz und Auferweckung Jesu dar,
- beschreiben in Grundzügen die christliche Akzentuierung des Gottesverständnisses durch die Person, die Botschaft und das Leben Jesu Christi,
- beschreiben unterschiedliche Darstellungen von Passion, Kreuz und Auferweckung Jesu,
- beschreiben auf der Basis des zugrunde liegenden Gottes- bzw. Menschenbildes christliche Bilder von Gericht und Vollendung.
Deutungskompetenz
- stellen das christliche Verständnis des Auftretens Jesu als Anbruch des Reiches Gottes dar,
- erläutern Lebensorientierungen und Hoffnungsperspektiven, die sich aus der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu und aus dem Glauben an Jesu Auferweckung für Christinnen und Christen ergeben,
- deuten die biblische Rede von Passion, Kreuz und Auferweckung Jesu als spezifisch christliche Akzentuierung des Gottesverständnisses,
- analysieren angeleitet unterschiedliche Darstellungen von Passion, Kreuz und Auferweckung,
- vergleichen kriterienorientiert verschiedene Jesus-Deutungen,
- erläutern die Verkündigung Jesu vom Reich Gottes als die für die Kirche grundlegende Orientierung für ihre Lebens- und Zukunftsgestaltung,
- deuten die Verkündigung Jesu vom Reich Gottes als die für Christinnen bzw. Christen und die KIrche grundlegende Orientierung für ihre Lebens- und Zukunftsgestaltung.
Wahrnehmungskompetenz
- beschreiben, welche Relevanz Glaubensaussagen für die Gestaltung des eigenen Lebens und der gesellschaftlichen Wirklichkeit gewinnen können,
- unterscheiden sich ergänzende von sich ausschließenden Deutungsangeboten.
Deutungskompetenz
- deuten Situationen des eigenen Lebens und der Lebenswelt, in denen sich Fragen nach Grund, Sinn, Ziel und Verantwortung des Lebens stellen,
- beschreiben – angesichts der Komplexität von Lebenssituationen – die Schwierigkeit, auf Fragen eindeutige Antworten zu geben,
- vergleichen verschiedenen Motivationen für politisches und soziales Engagenment mit der Motivation, die im christlichen Glauben gründet.
Urteilskompetenz
- erörtern Fragen nach Verantwortung und Schuld im Kontext der christlichen Rede von der Kreuzigung Jesu,
- erörtern die Relevanz der Botschaft von der Auferweckung,
- erörtern individuelle und soziale lebenspraktische Folgen der Reich-Gottes-Botschaft in Geschichte und Gegenwart,
- erörtern die Überzeugungskraft von unterschiedlichen Jesus-Deutungen in Geschichte und Gegenwart,
- erörtern mögliche Beiträge christlicher Hoffnung zur Bewältigung von Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben.
- erörtern religiöse und ethische Fragen im Kontext der Pluralität der Gesellschaft sowie der Vielfalt von Lebensformen.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- nehmen die Perspektive einer anderen Position bzw. religiösen Überzeugung ein und berücksichtigen diese im Dialog mit anderen,
- vergleichen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen und nutzen ihre Erkenntnisse im möglichen Dialog.
Gestaltungskompetenz
- entwickeln beispielhaft eigene Handlungsdispositionen im Umgang mit sich selbst, anderen und der Mitwelt in Auseinandersetzung mit christlichen Maßstäben.
Methodenkompetenz
- analysieren methodisch reflektiert unterschiedliche religiöse Ausdrucksformen sprachlicher, bildlich-gestalterischer und performativer Art sowie Produkte der Gegenwartskultur mit religiöser Thematik sachgerecht,
- erschließen biblische Texte durch unterschiedliche methodische, insbesondere historisch-kritische Zugänge.
Q1/Q2, Vorhaben II: Die Entwicklung von der Urgemeinde zur EKD
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- benennen die aus dem Selbstverständnis der Kirche erwachsenden Handlungsfelder,
- differenzieren zwischen theologischem Selbstverständnis der Kirche und ihren gesellschaftlichen Aktivitäten,
- beschreiben den Aufbau und die Gliederung der Evangelischen Kirche in Deutschland heute,
- beschreiben die Spannung von Freiheit und Verantwortung an ausgewählten biblischen Stellen.
Deutungskompetenz
- analysieren und vergleichen unterschiedliche Ansätze der Verhältnisbestimmung von Christinnen bzw. Christen und Kirche zum Staat und zur gesellschaftlichen Ordnung in Geschichte und Gegenwart,
- erläutern an Beispielen unterschiedliche Formen des gesellschaftlichen Engagements der Kirche in ihrem jeweiligen historischen Kontext,
- analysieren sich wandelnde Bestimmungen des Auftrags der Kirche und deuten sie im Kontext des Anspruchs, eine „sich immer verändernde Kirche“ zu sein,
- analysieren Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen kirchlichen Handelns angesichts der Herausforderungen im 21. Jahrhundert,
- erläutern das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung im Hinblick auf die Verfehlung der Bestimmung des Menschen aus christlicher Sicht,
- erläutern das christliche Verständnis von Freiheit als „Geschenk Gottes“.
Wahrnehmungskompetenz
- beschreiben, welche Relevanz Glaubensaussagen für die Gestaltung des eigenen Lebens und der gesellschaftlichen Wirklichkeit gewinnen können
Deutungskompetenz
- erläutern den Anspruch und die lebenspraktischen Konsequenzen religiöser Wirklichkeitsdeutungen,
- vergleichen verschiedene Motivationen für politisches und soziales Engagement mit der Motivation, die im christlichen Glauben gründet
Urteilskompetenz
- beurteilen Handlungsweisen der Kirche und der Christinnen und Christen vor dem Hintergrund des Anspruchs, gesellschaftlichen Herausforderungen in Geschichte und Gegenwart gerecht zu werden,
- beurteilen das Verhältnis der Kirche zum Staat an ausgewählten Beispielen der Kirchengeschichte,
- bewerten kirchliches Handeln in Geschichte und Gegenwart vor dem Hintergrund des Auftrags und des Selbstverständnisses der Kirche,
- bewerten Möglichkeiten und Grenzen kirchlichen Handelns angesichts aktueller und zukünftiger Herausforderungen.
- erörtern Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Konfessionen und Konfessionen,
- erörtern kritische Anfragen an christliche Glaubensinhalte und kirchliche Wirklichkeit.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- begegnen anderen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen aus der Perspektive des christlichen Glaubens diskursiv sowie mit einer Haltung des Respekts und der Achtung.
Gestaltungskompetenz
- verwenden reflektiert traditionelle religiöse Ausdrucksformen in Aneignung oder Umgestaltung zum Ausdruck eigener Glaubensüberzeugungen oder verzichten begründet darauf.
Methodenkompetenz
- identifizieren methoden- und kriterienorientiert religiöse Sprache und erläutern ihre Bedeutung,
- analysieren sachgerecht verschiedene Stellungnahmen hinsichtlich ihres Stellenwertes, ihrer Bedeutung und ihrer Wirkungen unter Beachtung der spezifischen Textsorte.
Q1/Q2, Vorhaben III: Hoffnungsbilder des Glaubens angesichts des Bewusstseins eigener Sterblichkeit und Untergangsszenarien
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- ordnen Aspekte eines christlichen Geschichtsverständ-nisses mit Blick auf Zukunftsangst und Zukunfts-hoffnung in Grundzüge apokalytischen Denkens ein,
- skizzieren wesentliche Rahmen- und Entstehungsbe-dingungen apokalytischer Vorstellungen.
Deutungskompetenz
- beschreiben die Eigenart christlicher Zukunftshoffnung mit der Vorstellung vom „eschatologischen Vorbehalt“,
- formulieren die Verbindung von Schrecken und Hoffnung, wie sie sich im apokalytischen Denken zeigt,
- erläutern, inwieweit die Annahme eines eschatolo-gischen Vorbehaltes utopische Entwürfe relativiert,
- erläutern die Gefahr der Verfehlung der Bestimmung des Menschen an konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen des Umgangs mit dem Mitmenschen und der Schöpfung.
Wahrnehmungskompetenz
- unterscheiden sich ergänzende von sich ausschließenden Deutungsangeboten.
Deutungskompetenz
- erläutern den Anspruch und die lebenspraktischen Konsequenzen religiöser Wirklichkeitsdeutungen,
- beschreiben – angesichts der Komplexität von Lebenssituationen – die Schwierigkeit, auf Fragen eindeutige Antworten zu geben.
Urteilskompetenz
- beurteilen die Auswirkungen der verschiedenen Zukunftsvisionenauf die Lebenshaltung und -gestaltung des einzelnen Menschen,
- beurteilen verschiedene apokalyptische Denkmodelle hinsichtlich ihrer resignierenden und gegenwartsbewältigenden Anteile gegeneinander,
- beurteilen menschliche Zukunftsvisionen und Utopien hinsichtlich ihrer Machbarkeit und ihres Geltungsanspruches,
- erörtern Handlungssituationen, in denen sich die Verantwortlichkeit des Menschen bewähren muss.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- vergleichen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen und nutzen ihre Erkenntnisse im möglichen Dialog.
Gestaltungskompetenz
- entwickeln beispielhaft eigene Handlungsdispositionen im Umgang mit sich selbst, anderen und der Mitwelt in Auseinandersetzung mit christlichen Maßstäben.
Methodenkompetenz
- analysieren methodisch reflektiert unterschiedliche religiöse Ausdrucksformen sprachlicher, bildlich-gestalterischer und performativer Art sowie Produkte der Gegenwartskultur mit religiöser Thematik sachgerecht.
Q1/Q2, Vorhaben IV: Das Verhältnis von Gott und Mensch
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- skizzieren die jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontexte, in denen sich die Gottesfrage stellt,
- benennen Kennzeichen der biblischen Rede von Gott,
- beschreiben u.a. an biblischen Texten Gottes- und Menschenbilder in ihren dunklen und hellen Seiten,
- beschreiben Anlässe für die Theodizee-Frage,
- unterscheiden Denkmuster, in denen die Rede von Gott und seinem Handeln verteidigt oder verworfen wird,
- unterscheiden das biblische Reden von Gott von anderen Weisen von Gott zu sprechen,
- beschreiben anhand unterschiedlicher Positionen das Verständnis von Gerechtigkeit und Frieden und deren Kombinierbarkeit,
- benennen Situationen, in denen die Frage von Gerechtigkeit und Frieden gegenwärtig relevant wird,
- identifizieren die Frage nach einem verlässlichen Grund des eigenen Lebens und allen Seins als den Hintergrund der Frage nach der Existenz Gottes.
Deutungskompetenz
- deuten unterschiedliche biblische Gottes- und Menschenbilder vor dem Hintergrund ihrer historischen Entstehung und der ihnen zugrunde liegenden menschlichen Erfahrungen,
- skizzieren die Wirkungsgeschichte ausgewählter biblischer Gottes- und Menschenbilder,
- deuten religionskritische Entwürfe der Bestreitung Gottes im Kontext ihrer Entstehung,
- vergleichen unterschiedliche Ansätze, angesichts der Erfahrung von Leid und Tod angemessen von Gott zu sprechen,
- erläutern die unterschiedlichen Menschenbilder bzw. Wirklichkeitsverständnisse, die differierenden Antworten auf die Gottesfrage zugrunde liegen,
- erläutern vor dem eigenen biographischen Hintergrund die Genese ihrer Vorstellungen von Gott und dem Menschen.
Wahrnehmungskompetenz
- unterscheiden sich ergänzende von sich ausschließenden Deutungsangeboten.
Deutungskompetenz
- erläutern den Anspruch und die lebenspraktischen Konsequenzen religiöser Wirklichkeitsdeutungen,
- erläutern Aspekte anderer Religionen sowie Ansätze anderer Weltanschauungen und Wissenschaften in Bezug zum eigenen Leben und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit,
- stellen Möglichkeiten und Grenzen der Akzeptanz bzw.Vereinbarkeit von unterschiedlichen Gottes- und Menschenbildern dar.
Urteilskompetenz
- erörtern die Theodizee-Frage vor dem Hintergrund des Leidens in der Schöpfung,
- beurteilen religionskritische Entwürfe hinsichtlich ihrer Überzeugungskraft,
- beurteilen die verschiedenen Gottes- und Menschenbilder hinsichtlich der lebenspraktischen Konsequenzen in ihrer Lebenswelt.
- erörtern Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Konfessionen und Religionen.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- begegnen anderen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen aus der Perspektive des christlichen Glaubens diskursiv sowie mit einer Haltung des Respekts und der Achtung,
- formulieren ihre eigene Überzeugung zur Frage nach Gott und dem Menschen und vertreten diese im Dialog.
Gestaltungskompetenz
- verwenden reflektiert traditionelle religiösen Ausdrucksformen in Aneignung oder Umgestaltung zum Ausdruck eigener Glaubensüberzeugungen oder verzichten begründet darauf.
Methodenkompetenz
- beschreiben Sachverhalte in unterschiedlichen thematischen Zusammenhängen angemessen unter Verwendung eines Repertoires theologischer Begriffe
Q1/Q2, Vorhaben V: Handeln in christlicher Verantwortung
Konkretisiert: Die Schülerinnen und Schüler …
Übergeordnet: Die Schülerinnen und Schüler …
Sachkompetenz
Wahrnehmungskompetenz
- ordnen ethische Herausforderungen unterschiedlichen Modellen der Ethik zu,
- vergleichen verschiedene ethische Begründungsansätze in Religionen und Weltanschauungen und stellen die Charakteristika einer christlichen Ethik heraus,
- identifizieren christliche Beiträge von Personen und Institutionen in der gesellschaftlichen Diskussion zu Gerechtigkeit und Frieden,
- unterscheiden verschiedene Menschenbilder hinsichtlich ihrer Bestimmung der Freiheit und des verantwortlichen Umgangs mit Mitmenschen und der Schöpfung auch aus geschlechterdifferenzierender Perspektive,
- identifizieren Handlungssituationen, in denen die wechselseitige Abhängigkeit von Freiheit und verantwortlichem Umgang mit Mitmenschen und der Schöpfung erfahrbar wird.
Deutungskompetenz
- benennen zu den Stichworten Gerechtigkeit und Frieden individuelle und soziale Herausforderungen für ein christliches Gewissen,
- erläutern Handlungsoptionen aus unterschiedlichen ethischen Modellen für ausgewählte ethische Handlungssituationen,
- stellen Begründungszusammenhänge dar, die einem Handeln im Interesse der Gerechtigkeit und des Friedens einer christlichen Ethik zugrunde liegen,
- deuten unterschiedliche Menschenbilder vor dem Hintergrund ihrer historischen Entstehung auch aus geschlechterdifferenzierender Perspektive,
- erläutern das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung im Blick auf die Verfehlung der Bestimmung des Menschen aus christlicher Sicht,
- erläutern die Gefahr der Verfehlung der Bestimmung des Menschen an konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen des Umgangs mit dem Mitmenschen und der Schöpfung.
Wahrnehmungskompetenz
- identifizieren Situationen des eigenen Lebens und der Lebenswelt, in denen sich Fragen nach Grund, Sinn, Ziel und Verantwortung des Lebens im Horizont des christlichen Glaubens stellen,
- beschreiben ethische Herausforderungen in der individuellen Lebensgeschichte sowie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern als religiös bedeutsame Entscheidungssituationen.
Deutungskompetenz
- deuten Situationen des eigenen Lebens und der Lebenswelt, in denen sich Fragen nach Grund, Sinn, Ziel und Verantwortung des Lebens im Horizont des christlichen Glaubens stellen.
Urteilskompetenz
- beurteilen Dilemma-Situationen im Kontext von Gerechtigkeit und Frieden und setzen sie in Beziehung zu christlichen Urteilen,
- erörtern verschiedene Möglichkeiten des gesellschaftspolitischen Engagements einer Christin bzw. eines Christen,
- beurteilen theologische und anthropologische Aussagen in ihrer Bedeutung für eine christliche Ethik unter dem Aspekt der Reichweite bzw. des Erfolgs eines Einsatzes für Gerechtigkeit und Frieden,
- beurteilen die Konsequenzen aus der unterschiedlichen Bestimmung der menschlichen Freiheit auch aus geschlechterdifferenzierender Perspektive,
- erörtern Handlungssituationen, in denen sich die Verantwortlichkeit des Menschen bewähren muss.
- erörtern religiöse und ethische Fragen im Kontext der Pluralität der Gesellschaft sowie der Vielfalt von Lebensformen,
- bewerten unterschiedliche Ansätze und Formen theologischer und ethischer Argumentation.
Handlungskompetenz
Dialogkompetenz
- formulieren zu komplexen ethischen und anthropologischen Fragestellungen eigene Positionen und grenzen sich begründet von anderen ab.
Gestaltungskompetenz
- gestalten Formen eines konstruktiven Austausches über anthropologische und ethische Fragen sowie religiöse Überzeugungen.
Methodenkompetenz
- beschreiben Sachverhalte in unterschiedlichen thematischen Zusammenhängen angemessen unter Verwendung eines Repertoirs theologischer Begriffe,
- analysieren sachgerecht verschiedene Stellungsnahmen hinsichtlich ihres Stellenwertes, ihrer Bedeutung und ihrer Wirkungen unter Beachtung der spezifischen Textsorte.
Leistungsbewertung und Hausaufgaben
Die gemeinsamen Vereinbarungen der Fachkonferenzen Evangelische und Katholische Religionslehre zur Leistungsbewertung und zu Hausaufgaben stehen auf der Seite Religionslehre (konfessionell-kooperativ).
Standardsicherung
Schulinternes Curriculum
Die Fachkonferenz Evangelische Religionslehre arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung eines verbindlichen schulinternen Fachcurriculums. Auf der Basis der gültigen Fachrichtlinien (Sek I: 1993; Sek II: 1999) und des neuen kompetenzorientierten Lehrplans (2011) wurde ein inhaltlich aufbauender, die Persönlichkeit des Schülers fördernder und an Lernergebnissen orientierter Hauslehrplan entwickelt. Der Entwicklungsprozess geschah in enger Abstimmung mit der Fachschaft Katholische Religionslehre sowie unter Inanspruchnahme fachlicher Beratung seitens des Schulreferenten des Kirchenkreises.
Lernzielkontrollen
Sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II werden in der Regel Lernerfolgsüberprüfungen durchgeführt, die in Bezug auf ein begrenztes Themengebiet der Diagnose des Lernstandes, der Lernzielsicherung und der Schaffung einer validen Beurteilungsgrundlage dienen. Die Konzeption, Terminierung, Durchführung und Bewertung von Schriftlichen Übungen geschehen in Übereinstimmung mit den geltenden Ausbildungsordnungen (APO-SI; APO-GOSt).
Klausuren in der Sekundarstufe II
Sämtliche Oberstufenklausuren (Aufgabenstellung, kriteriengestützter Erwartungshorizont, Ausfall der Klausur) werden zum Zweck der Qualitätssicherung dem Fachvorsitzenden und dem Fachbereichskoordinator zur Kenntnisnahme vorgelegt. In regelmäßigen Abständen angesetzte Beratungsgespräche dienen der Weiterentwicklung und Vergleichbarkeit der Lernzielsicherung.
Zentralabitur
Der gesamte Oberstufenunterricht, insbesondere in der Qualifikationsphase, beachtet die inhaltlichen und methodischen Vorgaben im Hinblick auf das landeseinheitliche Zentralabitur. Die Klausuren, im besonderen Maße die Vorabiturklausur in Q2.2, bereiten diejenigen Schüler, die das Fach Evangelische Religionslehre als 3. Abiturfach belegt haben, systematisch und im Sinne des Spiralcurriculums fortschreitend auf die in den Zentralprüfungen geforderten Standards vor.
Kooperation Katholische Religionslehre
Die Fachschaft Evangelische Religionslehre kooperiert in vielfältiger Weise mit ihrer Schwesterfachschaft. Die Zusammenarbeit umfasst insbesondere die Durchführung gemeinsamer Fachkonferenzen und die Entwicklung eines aufeinander abgestimmten, kompetenzorientierten Curriculums in der Sekundarstufe I.
Mediothek des Kirchenkreises
Der Religionsunterricht am Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium kann auf das vielfältige und aktuelle wissenschaftliche und didaktische Material der Mediothek des Ev. Kirchenkreises Iserlohn zurückgreifen und unter Inanspruchnahme einer vorzüglichen fachdidaktischen Beratung für die Konzeption von Unterrichtsreihen nutzen.
Fortbildungsmaßnahmen
Religionslehrern steht ein umfangreiches Fortbildungsangebot zur Verfügung. Dieses umfasst nicht nur die üblichen Maßnahmen auf Landes- und Bezirksregierungsebene, sondern auch zahlreiche Angebote kirchlicher Einrichtungen (z.B. Veranstaltungen der Schulreferate der Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg, Angebote des Pädagogischen Instituts der EKvW in Villigst).
Medienbildung
In der Stufe 8 wird eine Unterrichtsreihe durch Schülerreferate ergänzt, die mit einer computergestützen Präsentation gehalten werden. Diese Reihe enthält eine vorbereitende Stunde, in der den Schülern der Aufbau und die Durchführung einer Präsentation dargelegt wird.
Beispielhafte Unterbringung: Vorstellung von diakonischen Einrichtungen in MK (Reihe „Diakonie“) oder Vorstellen von Biographien berühmter Menschen (Reihe „Bilder von Männern und Frauen als Identifikationsangebote“)
Die gemeinsamen Vereinbarungen zur Medienkunde finden Sie auf der Seite Religionslehre (konfessionell-kooperativ).
Berufswahlorientierung
Im Fach Evangelische Religionslehre gibt es insgesamt nur wenige Anknüpfungspunkte für die Berufswahlorientierung. In der Stufe 8 erfolgt unter dem Inhaltsfeld 3 „Diakonie – Einsatz für die Würde des Menschen“ ein Einblick in die sozialen Berufe im Umfeld der Diakonie.
Exkursionen und Projekte
In der Q1 findet jährlich ein Projekt- und Exkursionstag der Religionslehre- und Philosophiekurse statt; Näheres auf der Seite Religionslehre (konfessionell-kooperativ).