Altgriechisch wird am Woeste-Gymnasium seit dem Schuljahr 2010/11 als regulärer Oberstufenkurs angeboten – zusätzlich zum üblichen Fremdsprachenangebot und als Teil der Begabtenförderung. Begabte und motivierte Schülerinnen und Schüler lernen die Sprache im sogenannten Drehtürmodell. Am Ende des dreijährigen Lehrgangs steht das Graecum, das durch die Abiturprüfung oder eine Erweiterungsprüfung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Abitur erworben wird.
Im Griechischunterricht geht es um ein genaues Erfassen von Texten und ihre angemessene Übersetzung – und vor allem um einen direkten Zugang zur griechischen Antike, ihrer Literatur, Philosophie und Kultur, die bis heute in Europa fortwirken.
„Ein Lachen, unauslöschbar, lässt den Himmel erbeben.“
Homer (vermutlich um 850 v. Chr.), griechischer Dichter
Kernlehrplan
- Kernlehrplan Griechisch für die Sekundarstufe II (Lehrplannavigator NRW)
Der Bildungswert des Griechischen
Vorwort der Fachkonferenz Griechisch
Mag Altgriechisch auch in der Gegenwart nur von relativ wenigen Schülern erlernt werden, sollten jedoch aus diesem Tatbestand keinesfalls voreilig Rückschlüsse auf dessen Bildungswert gezogen werden. Da Griechisch als sogenannte alte Sprache nicht mehr gesprochen wird, liegt der angestrebte Nutzen selbstverständlich nicht in der Befähigung zu unmittelbarer Kommunikation, dem Primärziel neusprachlichen Unterrichts. Gleichwohl leistet auch Griechisch im Hinblick auf die Kommunikationskompetenz einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Im Griechischunterricht geht es nämlich stets um ein möglichst akkurates und präzises Erfassen von Texten (auch in ihrer grammatischen Struktur) sowie einer angemessenen zielsprachlichen Wiedergabe. Die Hinführung zu dieser Exaktheit im Umgang mit Texten kann angesichts der weit verbreiteten Oberflächlichkeit in der textgebundenen, also mittelbaren Kommunikation, die in unserer digitalisierten Welt in vielen Bereichen inzwischen vorherrschend ist, gar nicht hoch genug bewertet werden.
Damit ist aber das eigentliche Ziel des Griechischunterrichts noch nicht formuliert. Dieses besteht darin, den Schülern über die Sprache einen direkten Zugang zur griechischen Antike, insbesondere zur griechischen Literatur zu ermöglichen, die die Schüler in verschiedenen Formen und Gattungen kennenlernen; angeführt seien beispielshalber Epos, Tragödie, Komödie, Lyrik, philosophischer Dialog und Geschichtsschreibung. Zu Recht gilt das alte Griechenland als Wiege der europäischen Kultur. Dieses Bild sollte aber nicht dahingehend fehlinterpretiert werden, in den Griechen durchweg lediglich Vorläufer und Wegbereiter zu sehen, vielmehr haben sie in Philosophie, Literatur, bildender Kunst, Architektur, Politik oder Mathematik, um nur einige Bereiche zu nennen, Werke und Leistungen von hohem Rang oder sogar bleibender Gültigkeit hervorgebracht, die bis in die Gegenwart rezipiert werden und auf vielfältige Weise lebendig sind. Angesichts des Fortwirkens antiker literarischer bzw. mythologischer Stoffe und Motive in der Kultur des Abendlandes – auch die Musik sei hier ausdrücklich eingeschlossen – darf man vom Griechischunterricht berechtigterweise behaupten, dass er ein kultureuropäisches Grundlagenwissen vermittelt. Man denke hierbei auch an bestimmte Protagonisten griechischer Tragödien und des Epos wie Antigone, Medea, Ödipus oder Odysseus, in denen den Schülern gleichsam Prototypen menschlicher Existenz entgegentreten, die sich in einem wie immer gearteten Konfliktverhältnis befinden (z.B. von Liebe und Hass, Gottesrecht und Menschenrecht, Gewissen und Gehorsam, Fatum und individueller Autonomie). Weitere Errungenschaften der Griechen liegen in der Entwicklung von wissenschaftlichen Methoden und Denkweisen sowie von logischen Systemen, mit denen sie ihrer Zeit weit voraus waren. Zudem versuchten sie auf existentielle Fragen (z.B. auf die Frage nach dem Glück) Antworten zu finden, die die Schüler ebenso wie die oben genannten „tragischen“ Konflikte dazu herausfordern, diesen mit ihren persönlichen Erfahrungen und Daseinsentwürfen kreativ zu begegnen. Auch durch die übrigen nach wie vor aktuellen Fragestellungen ethischer, gesellschaftlicher oder politischer Art werden die Jugendlichen dazu angeregt, in der Auseinandersetzung mit tradierten Vorstellungen eine selbstverantwortete Wertorientierung zu finden.
Schließlich lebt auch die altgriechische Sprache selbst in einer Vielzahl von Fremd- und Lehnwörtern in den modernen europäischen Sprachen fort, die erst mit Hilfe der entsprechenden Kenntnisse in ihrer Grundbedeutung auch erfasst werden können (z.B. Klinik von κλίνη [klinä] – Bett, Chirurgie von χειρουργία [cheirurgia] – Handarbeit, Butter von βούτυρον [butüron] – Kuhkäse). Darüber hinaus sind Griechischkenntnisse generell im Studium überaus hilfreich für das Verständnis der Fachterminologie, die sich in einem nicht unbeträchtlichen Umfang aus dem Griechischen speist.
Im Besonderen seien diejenigen Studiengänge erwähnt, in denen die sogenannte Qualifikation des Graecum erforderlich ist, also Latein, Theologie, Griechisch selbst, Archäologie, je nach Universität auch Alte Geschichte, Philosophie, Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft, da sie den Zugriff auf die Originaltexte voraussetzen. Das Graecum wird nach dem dreijährigen Lehrgang erworben, wenn die entsprechende Kenntnisse im Rahmen der Abitur- oder einer Erweiterungsprüfung nachgewiesen werden können.
Das Erlernen der fremden Schrift ist im Übrigen ein Unterfangen von nur wenigen Stunden, da sie verwandtschaftsbedingt zahlreiche Bezüge zu unserer Schrift aufweist.
Griechisch im Drehtürmodell
Begabtenförderung: Oberstufenlehrgang Altgriechisch im „Drehtürmodell“
Neben der Förderung von Schülern mit partiellen Leistungsdefiziten (Vertiefungskurse) setzt das Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium bewusst Schwerpunkte in der gezielten Begabtenförderung. Zugrunde liegt die Beobachtung, dass gute und motivierte Schüler, wenn sie die entsprechenden Anregungen und Chancen erhalten, zu erstaunlichen Leistungen fähig sind. Anknüpfend an die gymnasiale Tradition einer umfassenden humanistischen Sprach- und Persönlichkeitsbildung und ermutigt durch das hohe Schülerinteresse in mehreren Altgriechisch-Arbeitsgemeinschaften bietet das FLWG seit dem Schuljahr 2010/11 seinen begabten Schülern – zusätzlich zum normalen Fremdsprachenangebot – den Unterricht in Altgriechisch auch in einem regulären Oberstufenkurs an.
Das ursprünglich in den Niederlanden entwickelte, im deutschsprachigen Raum pädagogisch-didaktisch fortentwickelte „Drehtürmodell“ sieht vor, begabte Schüler eine weitere Fremdsprache erlernen zu lassen, indem bewusst ihre Fähigkeit zum selbstständigen (z. T. autodidaktischen) Lernen unterstützt wird. Den am „Drehtürmodell“ teilnehmenden Schülern wird gestattet und zugetraut, im Regelunterricht in zwei ausgewählten Stunden zu fehlen, in dieser Zeit ein weitere Sprache zu erlernen, den im regulären Unterricht „verpassten“ Stoff jedoch eigenständig und in Selbstverantwortung aufzuarbeiten (wie dies allen Oberstufenschülern seit jeher im Falle der Krankheit oder Klausurverpflichtung zugemutet wird).
Da ein dreijähriger Oberstufenkurs Griechisch mit dem Ziel und Abschlusszertifikat Graecum nach der gymnasialen Ausbildungs- und Prüfungsordnung in NRW (im Einklang mit bundeseinheitlichen Standards) vierstündige Kurse vorschreibt, müssen zwei weitere Stunden im Stundenplan festgesetzt werden. Hierfür bietet sich an, diese Stunden synchron zu den Förder- und Vertiefungskursen anzubieten. Der Schüler, der Griechisch wählt, hat den Vorteil, eine weitere Sprache vierstündig zu erlernen, aber hierfür nur zwei Stunden seines begrenzten wöchentlichen Stundendeputats verwenden zu müssen.
Die Teilnahme am Griechischlehrgang im Drehtürmodell wird als Begabtenförderung auf dem Abiturzeugnis bescheinigt und die entsprechenden Griechischkenntnisse attestiert. Der bundeseinheitlich anerkannte Abschluss des Graecum wird durch eine Erweiterungsprüfung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Abitur (wahlweise auch später an der Universität) oder – besonders empfehlenswert – durch die Wahl des Faches als 3. oder 4. Abiturfach erworben. (Im Hinblick auf die neue Abiturfachregelung – zwei obligatorische Fächer aus D, M, FS – eine sehr erwägenswerte Alternative!)
Neuerung ab 2014: Für Schüler, die ab dem Schuljahr 2014/15 in die Oberstufe eintreten, greift das Drehtürmodell erst in der Qualifikationsphase. In der Einführungsphase werden alle vier Griechisch-Stunden noch „normal“ im Stundenplan verankert. In Q1 ist voraussichtlich eine der vier Griechisch-Stunden eine Drehtürstunde, in der Q2 voraussichtlich zwei der vier Stunden. Es wird darauf geachtet, dass die Drehtürstunden nicht in die Leistungskursschienen und möglichst nicht in die abiturrelevanten Fächerschienen gelegt werden.
Schulinterner Lehrplan
Oberstufe
Einführungsphase (EF)
1. Quartal
(L 1 – 4)
Sprachkompetenz
Die Schüler …
- können die griechische Schrift lesen und schreiben
- beherrschen das Alphabet (Minuskeln und Majuskeln)
- kennen die Bedeutung der diakritischen Zeichen (Akzente und Spirtus)
- kennen das Phänomen der Enklise
- kennen die Namen und die Funktionen der acht indogermanischen Kasus
- Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ, Vokativ, Instrumental, Lokativ
- beherrschen die folgenden Deklinationen:
- o-Deklination ohne Vokativ (auch die Paradigmen mit Besonderheiten in der Akzentsetzung: δῆμος, ἄνθρωπος, οὐρανός)
- a-Deklination
- kennen die „Eier-Regel“
- kennen die folgenden Kasusfunktionen:
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus partitivus, genitivus possessivus
- Genitiv als Herkunftskasus
- genitivus comparationis, genitivus separativus
- dativus limitationis, dativus possessivus
- accusativus directionis
- Genitiv als Bereichskasus
- kennen die Gesetzmäßigkeiten der Kongruenz (Ausnahme: Subjekt im Neutrum Plural mit Prädikat im Singular)
- beherrschen die folgenden Konjugationsformen der thematischen Konjugation und ihre Formbildungselemente:
- Formen:
- Indikativ Präsens Aktiv
- Imperativ Präsens Aktiv der 2. Person
- Infinitiv Präsens Aktiv
- Formbildungselemente
- Verbalstock, Themavokal, Personalendung
- Formen:
- können die folgenden Satzglieder bestimmen:
- Subjekt (auch Subjektsakkusativ)
- Prädikat
- Attribut (Apposition, Genitivattribut und die jeweilige Stellung)
- Objekt (Genitivobjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt, mit ὅτι eingeleiteter Objektsatz)
- Prädikatsnomen
- können die folgenden Wortarten bestimmen:
- Substantiv
- Verb
- Adjektiv
- Artikel
- Pronomen
- Partikel
- Adverb
- Präposition
- Konjunktion
- Interjektion
- erkennen die folgenden Konstruktionen und können sie ins Deutsche übertragen:
- accusativus cum infinitivo (AcI) als Objekt
- kennen die Verwendungsweise der Negationen οὐ und μή
- kennen die finale Funktion des Infinitivs
Textkompetenz
Die Schüler können …
- griechische Texte übersetzen
- die behandelten Texte unter gegebenen Fragestellungen interpretieren
- die Struktur eines Textes angeleitet anhand transphrastischer Merkmale beschreiben
- die Thematik eines Textes z. B. anhand von Eigennamen, Kernbegriffen oder Handlungsträgern herausarbeiten
- die behandelten Texte paraphrasieren
- Besonderheiten in der formalen Gestaltung der Texte beschreiben
- grundlegende gattungsspezifische Merkmale der behandelten Texte benennen
- ihr Textverständnis durch einen Lesevortrag nachweisen
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Mythos
- Homerische Götter
- Griechische Alltagskultur
- Geschichte der griechischen Schrift
- Philosophie und wissenschaftliches Denken
- Welterklärung der Vorsokratiker
- Philosophie der Stoa
- Bildende Kunst und Archäologie
- Tempel
2. Quartal
(L 5 – 8)
Sprachkompetenz
Die Schüler …
- können die griechische Schrift lesen und schreiben
- beherrschen das Alphabet (Minuskeln und Majuskeln)
- kennen die Bedeutung der diakritischen Zeichen (Akzente und Spirtus)
- kennen das Phänomen der Enklise
- kennen die Namen und die Funktionen der acht indogermanischen Kasus
- Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ, Vokativ, Instrumental, Lokativ
- beherrschen die folgenden Deklinationen:
- o-Deklination mit Vokativ (auch die Paradigmen mit Besonderheiten in der Akzentsetzung: δῆμος, ἄνθρωπος, οὐρανός)
- a-Deklination
- kennen die „Eier-Regel“
- kennen die folgenden Kasusfunktionen:
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus partitivus, genitivus possessivus
- Genitiv als Herkunftskasus
- genitivus comparationis, genitivus separativus
- dativus auctoris, dativus causae, dativus limitationis, dativus possessivus, dativus sociativus
- accusativus directionis, accusativus spatii
- Genitiv als Bereichskasus
- kennen die Gesetzmäßigkeiten der Kongruenz (Ausnahme: Subjekt im Neutrum Plural mit Prädikat im Singular)
- beherrschen die folgenden Konjugationsformen der thematischen Konjugation und ihre Formbildungselemente:
- Formen:
- Indikativ Präsens Aktiv, Mediopassiv
- Imperativ Präsens Aktiv und Passiv der 2. Person
- Infinitiv Präsens Aktiv
- Indikativ Imperfekt Aktiv, Mediopassiv
- Formbildungselemente
- Augment, Verbalstock, Themavokal, Personalendung
- Formen:
- können die folgenden Satzglieder bestimmen:
- Subjekt (auch Subjektsakkusativ)
- Prädikat
- Attribut (Apposition, Genitivattribut, Adjektivattribut, attributiver Relativsatz, adverbiales Attribut, präpositionales Attribut)
- Objekt (Genitivobjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt, mit ὅτι eingeleiteter Objektsatz)
- Prädikatsnomen
- können die folgenden Wortarten bestimmen:
- Substantiv
- Verb
- Adjektiv
- Artikel
- Pronomen
- Partikel
- Adverb
- Präposition
- Konjunktion
- Interjektion
- können Relativpronomina bestimmen
- erkennen die folgenden Konstruktionen und können sie ins Deutsche übertragen:
- accusativus cum infinitivo (AcI) als Objekt und als Subjekt
- nominativus cum infinitivo (NcI)
- doppelter Akkusativ
- kennen die Verwendungsweise der Negationen οὐ und μή
- kennen die finale Funktion des Infinitivs
Textkompetenz
siehe 1. Quartal
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Philosophie und wissenschaftl. Denken
- Philosophie der Stoa
- Mythos
- Herakles
- Bildende Kunst und Architektur
- Vasenbilder
- Rezeption und Tradition
- Mythologie
- Griechische Literatur
- Der antike Roman
- Griechische Alltagskultur
- Land- und Stadtleben
3. Quartal
(L 9 – 12)
Sprachkompetenz
Die Schüler …
- können die griechische Schrift lesen und schreiben
- beherrschen das Alphabet (Minuskeln und Majuskeln)
- kennen die Bedeutung der diakritischen Zeichen (Akzente und Spirtus)
- kennen das Phänomen der Enklise
- kennen die Namen und die Funktionen der acht indogermanischen Kasus
- Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ, Vokativ, Instrumental, Lokativ
- beherrschen die folgenden Deklinationen:
- o-Deklination mit Vokativ (auch die Paradigmen mit Besonderheiten in der Akzentsetzung: δῆμος, ἄνθρωπος, οὐρανός)
- a-Deklination
- kennen die „Eier-Regel“
- ἡ γῆ
- konsonantische Deklination:
- Gutturalstämme (φύλαξ) (φύλαξ)
- Nasalstämme (κύων)
- Liquidastämme (ῥήτωρ) (ῥήτωρ)
- Dentalstämme (πρᾶγμα, παῖς, χάρις)
- ντ-Stämme (πᾶς)
- kennen die folgenden Kasusfunktionen:
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus partitivus, genitivus possessivus
- Genitiv als Herkunftskasus
- genitivus comparationis, genitivus separativus
- dativus auctoris, dativus causae, dativus limitationis, dativus possessivus, dativus sociativus
- accusativus directionis, accusativus respectūs, accusativus spatii
- Genitiv als Bereichskasus
- kennen die Gesetzmäßigkeiten der Kongruenz (Ausnahme: Subjekt im Neutrum Plural mit Prädikat im Singular)
- beherrschen die folgenden Konjugationsformen der thematischen Konjugation und ihre Formbildungselemente:
- Formen:
- Indikativ Präsens Aktiv, Mediopassiv
- Imperativ Präsens Aktiv und Passiv der 2. Person
- Infinitiv Präsens Aktiv
- Indikativ Imperfekt Aktiv, Mediopassiv
- Partizip Präsens und Mediopassiv
- Indikativ, Imperativ und Infinitiv Präsens von εἶναι
- Formbildungselemente
- Augment, Verbalstock, Themavokal, Personalendung
- Formen:
- können die folgenden Satzglieder bestimmen:
- Subjekt (auch Subjektsakkusativ)
- Prädikat
- Attribut (Apposition, Genitivattribut, Adjektivattribut, attributiver Relativsatz, adverbiales Attribut, präpositionales Attribut)
- Objekt (Genitivobjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt, mit ὅτι eingeleiteter Objektsatz)
- Prädikatsnomen
- können die folgenden Wortarten bestimmen:
- Substantiv
- Verb
- Adjektiv
- Artikel
- Pronomen
- Partikel
- Adverb
- Präposition
- Konjunktion
- Interjektion
- können Relativpronomina bestimmen
- erkennen die folgenden Konstruktionen und können sie ins Deutsche übertragen:
- accusativus cum infinitivo (AcI) als Objekt und als Subjekt
- nominativus cum infinitivo (NcI)
- doppelter Akkusativ
- kennen die Verwendungsweise der Negationen οὐ und μή
- kennen die finale Funktion des Infinitivs
- kennen die Funktionen von Komparativ und Superlativ bzw. Elativ
- kennen die Komparativsuffixe -τερος, -τέρα, τερον sowie die Superlativsuffixe -τατος, -τάτη und -τατον
- kennen das Phänomen der Krasis
- kennen die Übersetzungsmöglichkeiten des Partizips
Textkompetenz
siehe 1. Quartal
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Griechische Geschichte
- Athen und Sparta
- Grundzüge der attischen Demokratie
- Griechen und Perser
- Philosophie und wissenschaftliches Denken
- Grundzüge des sokratisch-platonischen Philosophierens
- Antworten der griechischen Antike auf überzeitliche Fragen (Kroisos-Logos)
- Bildende Kunst und Archäologie
- Skulpturen
- Rezeption und Tradition
- Kunst und Architektur
4. Quartal
(L 13 – 16)
Sprachkompetenz
Die Schüler …
- können die griechische Schrift lesen und schreiben
- beherrschen das Alphabet (Minuskeln und Majuskeln)
- kennen die Bedeutung der diakritischen Zeichen (Akzente und Spirtus)
- kennen das Phänomen der Enklise
- kennen die Namen und die Funktionen der acht indogermanischen Kasus
- Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ, Vokativ, Instrumental, Lokativ
- beherrschen die folgenden Deklinationen:
- o-Deklination mit Vokativ (auch die Paradigmen mit Besonderheiten in der Akzentsetzung: δῆμος, ἄνθρωπος, οὐρανός)
- Feminina (όδός)
- a-Deklination
- kennen die „Eier-Regel“
- ἡ γῆ
- konsonantische Deklination:
- Gutturalstämme (φύλαξ)
- γυνή
- Nasalstämme (κύων)
- Liquidastämme (ῥήτωρ)
- mit Ablaut (πατήρ, μήτηρ, θυγάτηρ, ἀνήρ)
- Dentalstämme (πρᾶγμα, παῖς, χάρις)
- ντ-Stämme (πᾶς, λέων)
- Gutturalstämme (φύλαξ)
- zweiendige Adjektive (εὔπορος)
- o-Deklination mit Vokativ (auch die Paradigmen mit Besonderheiten in der Akzentsetzung: δῆμος, ἄνθρωπος, οὐρανός)
- kennen die folgenden Kasusfunktionen:
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus partitivus, genitivus possessivus
- Genitiv als Herkunftskasus
- genitivus comparationis, genitivus separativus
- dativus auctoris, dativus causae, dativus instrumentalis, dativus limitationis, dativus modi, dativus possessivus, dativus sociativus
- accusativus directionis, accusativus respectūs, accusativus spatii
- Genitiv als Bereichskasus
- kennen die Gesetzmäßigkeiten der Kongruenz (Ausnahme: Subjekt im Neutrum Plural mit Prädikat im Singular)
- beherrschen die folgenden Konjugationsformen der thematischen Konjugation und ihre Formbildungselemente:
- Formen:
- Indikativ Präsens Aktiv, Mediopassiv
- Imperativ Präsens Aktiv und Passiv der 2. Person
- Infinitiv Präsens Aktiv
- Indikativ Imperfekt Aktiv, Mediopassiv
- Partizip Präsens und Mediopassiv
- Indikativ, Imperativ und Infinitiv Präsens von εἶναι
- e-Kontrakta
- δέομαι
- Formbildungselemente
- Augment, Verbalstock, Themavokal, Personalendung
- Formen:
- können die folgenden Satzglieder bestimmen:
- Subjekt (auch Subjektsakkusativ)
- Prädikat
- Attribut (Apposition, Genitivattribut, Adjektivattribut, attributiver Relativsatz, adverbiales Attribut, präpositionales Attribut)
- Objekt (Genitivobjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt, mit ὅτι eingeleiteter Objektsatz)
- Prädikatsnomen
- können die folgenden Wortarten bestimmen:
- Substantiv
- Verb
- Adjektiv
- Artikel
- Pronomen
- Partikel
- Adverb
- Präposition
- Konjunktion
- Interjektion
- können Relativpronomina bestimmen
- erkennen die folgenden Konstruktionen und können sie ins Deutsche übertragen:
- accusativus cum infinitivo (AcI) als Objekt und als Subjekt
- nominativus cum infinitivo (NcI)
- doppelter Akkusativ
- kennen die Verwendungsweise der Negationen οὐ und μή
- kennen die finale Funktion des Infinitivs
- kennen die Funktionen von Komparativ und Superlativ bzw. Elativ
- kennen die Komparativsuffixe -τερος, -τέρα, τερον sowie die Superlativsuffixe -τατος, -τάτη und -τατον
- kennen das Phänomen der Krasis
- kennen die Übersetzungsmöglichkeiten des Partizips
- attributives und prädikatives Partizip
- kennen das α privativum
- kennen die prädikative Verwendungsweise des Adjektivs
- kennen direkte und indirekte Fragen
Textkompetenz
siehe 1. Quartal
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Griechische Geschichte
- Griechen und Perser
- Philosophie und wissenschaftliches Denken
- Anfänge der Ethnographie
- Grundzüge des sokratisch-platonischen Philosophierens
- Griechische Alltagskultur
- Erziehung und Bildung
Lehrbuch: Kantharos. Griechisches Unterrichtswerk, Leipzig/Stuttgart/Düsseldorf, 2. Aufl., 2009.
Qualifikationsphase Q1
1. Quartal
(L 17 – 20)
Sprachkompetenz
Die Schüler beherrschen im Bereich der Formenlehre
- die folgenden Deklinationen
- dritte Deklination
- Gutturalstämme (αἶξ)
- βοῦς
- das Interrogativpronomen τίς und das Indefinitpronomen τις
- μέγας, πολύς
- Partizip Aorist Aktiv
- Partizip Aorist Medium
- Partizip Präsens von εἶναι
- dritte Deklination
- die folgenden Konjugationen
- a-Kontrakta
- χρῆσθαι
- schwacher Aorist Aktiv und Medium
- die folgenden Gesetzmäßigkeiten der Formenbildung
- Kontraktionsregeln zu den a-Kontrakta
- Regeln zur Dehnung kurzen Stammendvokals vor dem Tempuszeichen σ
- Regeln zur Umgestaltung des Stammauslauts bei Präsensstammerweiterung durch j
- Regeln zur Verbindung von Verschlusslauten mit σ
- Komparation der Adjektive der ν-Stämme
Die Schüler kennen im Bereich der Satzlehre
- die syntaktischen Funktionen des Partizips
- Partizip als Prädikatsnomen nach παύω, παύομαι, φαίνομαι und χαίρω
- Partizip als Prädikativum anstelle eines Adverbiale (p. c.)
- die semantischen Funktionen des Partizips
- kausal
- komparativ
- konzessiv
- modal
- temporal
- die Kasusfunktionen
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus temporis
- Genitiv als Bereichskasus
- die Aktionsarten
- durativ und punktuell
- die Verbalaspekte
- linear, iterativ, konativ (Imperfekt)
- ingressiv, effektiv, komplexiv, gnomisch (Aorist)
Textkompetenz
Die Schüler können …
- griechische Texte übersetzen
- die behandelten Texte nach unterschiedlichen Gesichtspunkten gliedern
- sie unter gegebenen Fragestellungen interpretieren
- die Struktur eines Textes anhand transphrastischer Merkmale beschreiben
- die Thematik eines Textes z. B. anhand von Eigennamen, Kernbegriffen oder Handlungsträgern herausarbeiten
- die behandelten Texte paraphrasieren
- Besonderheiten in der formalen Gestaltung der Texte beschreiben
- grundlegende gattungsspezifische Merkmale der behandelten Texte benennen
- autorenspezifische Merkmale der behandelten Texte benennen
- die Zusammenhänge von Inhalt und formaler Gestaltung erklären
- ihr Textverständnis durch einen Lesevortrag nachweisen
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Philosophie
- Sophistik
- Kynismus
- Diogenes von Sinope
- Peripatos
- Theophrast von Eresos: Charaktere
- Sophistik
- Literatur
- Liebesroman
- Longos: Daphnis und Chloë
- Liebesroman
- Alltagsleben
- Spiel und Sport
2. Quartal
(L 21 – 24)
Sprachkompetenz
Die Schüler beherrschen im Bereich der Formenlehre
- die folgenden Deklinationen
- dritte Deklination
- Gutturalstämme (αἶξ)
- βοῦς
- das Interrogativpronomen τίς und das Indefinitpronomen τις
- μέγας, πολύς
- Partizip Aorist Aktiv
- Partizip Aorist Medium
- Partizip Präsens von εἶναι
- Maskulina der a-Deklination (νεανίας, πολίτης, σοφιστής)
- ναῦς
- dritte Deklination
- die folgenden Konjugationen
- a-Kontrakta
- χρῆσθαι
- schwacher Aorist Aktiv und Medium
- βούλει, δέει, οἴει als 2. Sg. Präsens Medium
- starker Aorist Aktiv und Medium
- die folgenden Gesetzmäßigkeiten der Formenbildung
- Kontraktionsregeln zu den a-Kontrakta
- Regeln zur Dehnung kurzen Stammendvokals vor dem Tempuszeichen σ
- Regeln zur Umgestaltung des Stammauslauts bei Präsensstammerweiterung durch j
- Regeln zur Verbindung von Verschlusslauten mit σ
- Komparation der Adjektive der ν-Stämme
- Adverb mit Komparation
Die Schüler kennen im Bereich der Satzlehre
- die syntaktischen Funktionen des Partizips
- Partizip als Prädikatsnomen nach παύω, παύομαι, φαίνομαι und χαίρω
- Partizip als Prädikativum anstelle eines Adverbiale (p. c.)
- die semantischen Funktionen des Partizips
- kausal
- komparativ
- konzessiv
- modal
- temporal
- konditional
- die Kasusfunktionen
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus temporis
- Genitiv als Bereichskasus
- die Aktionsarten
- durativ und punktuell
- die Verbalaspekte
- linear, iterativ, konativ (Imperfekt)
- ingressiv, effektiv, komplexiv, gnomisch (Aorist)
- Formen von αὐτός außer im Nominativ als Ersatz für das Personalpronomen der 3. Person
- dramatisches Präsens
- relativische Verschränkung
Textkompetenz
siehe 1. Quartal
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Philosophie
- Der Tod des Sokrates
- Literatur
- Buntschriftstellerei
- Geschichte
- Militärgeschichte
- Griechen und Perser
- Xenophon: Anabasis
- Die Herrschaft der „Dreißig“
- Griechen und Perser
- Militärgeschichte
3. Quartal
(L 25 – 28)
Sprachkompetenz
Die Schüler beherrschen im Bereich der Formenlehre
- die folgenden Deklinationen
- dritte Deklination
- Gutturalstämme (αἶξ)
- βοῦς
- das Interrogativpronomen τίς und das Indefinitpronomen τις
- μέγας, πολύς
- Partizip Aorist Aktiv
- Partizip Aorist Medium
- Partizip Präsens von εἶναι
- Maskulina der a-Deklination (νεανίας, πολίτης, σοφιστής)
- ναῦς
- das Demonstrativpronomen οὗτος
- das reflexive Personalpronomen der 3. Person (ἑαυτοῦ)
- das Demonstrativpronomen ὅδε
- Possessivpronοmen (ἐμος, σός)
- das Interrogativpronomen ποῖος
- Partizip Aorist Passiv
- dritte Deklination
- die folgenden Konjugationen
- a-Kontrakta
- χρῆσθαι
- schwacher Aorist Aktiv und Medium
- βούλει, δέει, οἴει als 2. Sg. Präsens Medium
- starker Aorist Aktiv und Medium
- schwacher Aorist Passiv
- die folgenden Gesetzmäßigkeiten der Formenbildung
- Kontraktionsregeln zu den a-Kontrakta
- Regeln zur Dehnung kurzen Stammendvokals vor dem Tempuszeichen σ
- Regeln zur Umgestaltung des Stammauslauts bei Präsensstammerweiterung durch j
- Regeln zur Verbindung von Verschlusslauten mit σ
- Komparation der Adjektive der ν-Stämme
- Adverb mit Komparation
- Pronominaladverbien
Die Schüler kennen im Bereich der Satzlehre
- die syntaktischen Funktionen des Partizips
- Partizip als Prädikatsnomen nach παύω, παύομαι, φαίνομαι und χαίρω
- Partizip als Prädikativum anstelle eines Adverbiale (p. c.)
- die semantischen Funktionen des Partizips
- kausal
- komparativ
- konzessiv
- modal
- temporal
- konditional
- die Kasusfunktionen
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus temporis
- genitivus subiectivus
- genitivus obiectivus
- dativus mensurae, dativus sympatheticus
- Genitiv als Bereichskasus
- die Aktionsarten
- durativ und punktuell
- die Verbalaspekte
- linear, iterativ, konativ (Imperfekt)
- ingressiv, effektiv, komplexiv, gnomisch (Aorist)
- Formen von αὐτός außer im Nominativ als Ersatz für das Personalpronomen der 3. Person
- dramatisches Präsens
- relativische Verschränkung
- ἑαυτοῦ als Ersatz für das reflexive Possessivpronomen
- relativischer Anschluss
- genitivus absolutus
- substantivierter Infinitiv
- Irrealis der Gegenwart
- Irrealis der Vergangenheit
Textkompetenz
siehe 1. Quartal
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Literatur
- Anekdoten
- Theater
- Tragödie
- Sophokles: Antigone
- Sophokles: König Ödipus
- Theaterwesen
- Alltagsleben
- Kult
- Epidauros
- Kult
4. Quartal
(L 29 – 32)
Sprachkompetenz
Die Schüler beherrschen im Bereich der Formenlehre
- die folgenden Deklinationen
- dritte Deklination
- Gutturalstämme (αἶξ)
- βοῦς
- das Interrogativpronomen τίς und das Indefinitpronomen τις
- μέγας, πολύς
- Partizip Aorist Aktiv
- Partizip Aorist Medium
- Partizip Präsens von εἶναι
- Maskulina der a-Deklination (νεανίας, πολίτης, σοφιστής)
- ναῦς
- das Demonstrativpronomen οὗτος
- das reflexive Personalpronomen der 3. Person (ἑαυτοῦ)
- das reflexive Personalpronomen der 1. und 2. Person (ἐμαυτοῦ, σεαυτοῦ)
- das Demonstrativpronomen ὅδε
- Possessivpronοmen (ἐμος, σός)
- das Interrogativpronomen ποῖος
- Partizip Aorist Passiv
- Partizip Futur Aktiv, Medium und Passiv
- die Demonstrativpronomina τοιοῦτος und τοσοῦτος
- Hauchdissimilation
- εἷς, μία, ἕν
- οὐδεις, οὐδεμία, οὐδέν
- dritte Deklination
- die folgenden Konjugationen
- a-Kontrakta
- o-Kontrakta
- χρῆσθαι
- schwacher Aorist Aktiv und Medium
- βούλει, δέει, οἴει als 2. Sg. Präsens Medium
- starker Aorist Aktiv und Medium
- schwacher Aorist Passiv
- Futur Aktiv, Medium und Passiv
- Futur von εἶναι
- Konjunktiv Präsens Aktiv und Medio-Passiv
- Konjunktiv Aorist Aktiv und Medium
- die folgenden Gesetzmäßigkeiten der Formenbildung
- Kontraktionsregeln zu den a-Kontrakta
- Regeln zur Dehnung kurzen Stammendvokals vor dem Tempuszeichen σ
- Regeln zur Umgestaltung des Stammauslauts bei Präsensstammerweiterung durch j
- Regeln zur Verbindung von Verschlusslauten mit σ
- Besonderheiten des kontrahierten Futurs
- Komparation der Adjektive der ν-Stämme
- unregelmäßige Komparation
- Adverb mit Komparation
- Pronominaladverbien
Die Schüler kennen im Bereich der Satzlehre
- die syntaktischen Funktionen des Partizips
- Partizip als Prädikatsnomen nach παύω, παύομαι, φαίνομαι und χαίρω
- Partizip als Prädikativum anstelle eines Adverbiale (p. c.)
- die semantischen Funktionen des Partizips
- kausal
- in Verbindung mit der sinnerhellenden Partikel ὡς zur Angabe eines subjektiven Grundes
- komparativ
- konzessiv
- modal
- temporal
- konditional
- kausal
- die semantischen Funktionen des Konjunktivs
- coniuncituvs adhortativus
- coniunctivus deliberativus
- coniunctivus prohibitivus
- coniunctivus finalis in adverbialen Nebensätzen (Konjunktionen: ἵνα, ὅπως, oder ὡς)
- die Kasusfunktionen
- Genitiv als Bereichskasus
- genitivus temporis
- genitivus subiectivus
- genitivus obiectivus
- genitivus possessiv als Prädikatsnomen
- dativus mensurae, dativus sympatheticus
- dativus temporis
- Genitiv als Bereichskasus
- die Aktionsarten
- durativ und punktuell
- die Verbalaspekte
- linear, iterativ, konativ (Imperfekt)
- ingressiv, effektiv, komplexiv, gnomisch (Aorist)
- Formen von αὐτός außer im Nominativ als Ersatz für das Personalpronomen der 3. Person
- dramatisches Präsens
- relativische Verschränkung
- ἑαυτοῦ als Ersatz für das reflexive Possessivpronomen
- relativischer Anschluss
- genitivus absolutus
- substantivierter Infinitiv
- Irrealis der Gegenwart
- Irrealis der Vergangenheit
- mehrfache Negationen
- μή bei konditionalem Partizip
Textkompetenz
siehe 1. Quartal
Realienkundliche Kompetenz
Die Schüler erwerben Kenntnisse in den folgenden Sachbereichen:
- Philosophie
- Platon: Politeia
- Ursachen der Staatsgründung
- Gerechtigkeit im Ständestaat
- Platon: Gorgias
- Nomos-Physis-Streit
- Platon: Apologie
- Sokrates und die Sophistik
- Politik
- Die Politik
- Persönlichkeiten
- Jesus und Sokrates
Lehrbuch: Kantharos. Griechisches Unterrichtswerk, Leipzig/Stuttgart/Düsseldorf, 2. Aufl., 2009.
Qualifikationsphase Q2
1.-3. Quartal
(Originallektüre)
- Realienkundliche Kompetenz
- Lektüre nach den Vorgaben des Zentralabiturs bzw. der Erweiterungsprüfung
- Platonische Mythen
- Homer (Odyssee)
- Mythologie und Religion
- Homerische Götter und Helden
- Mythoskritik
- Der neue Mythos nach der Mythoskritik
- Griechische Kultur, Geschichte und Politik
- Alltagskultur und Privatleben
- Architektur und Plastik
- Herausragende Personen der griechischen Geschichte und Politik
- Attische Demokratie
- Die griechische Polis
- Lektüre nach den Vorgaben des Zentralabiturs bzw. der Erweiterungsprüfung
- Textkompetenz
- Die Schülerinnen und Schüler können
- Auszüge aus den platonischen Dialogen und der Odyssee Homers im griechischen Original übersetzen
- die genannten Originaltexte unter Einbezug von Realienwissen, Texttypik, Stilistik und ggf. Metrik interpretieren
- Elemente der Textgrammatik im zugrunde gelegten Originaltext erklären und diese gegebenenfalls benennen
- bei der kursorischen Lektüre den Inhalt eines Textes paraphrasieren
- bei der Lektüre von Übersetzungen (z.B. der Odyssee Homers) die Kernaussagen eines Textes herausarbeiten
- Kernaussagen eines Textes am griechischen Original (z.B. bei den Politeia-Gleichnissen Platons) belegen
- ihr Textverständnis durch einen Lesevortrag (bei Homer: im Hexameter) nachweisen
- Die Schülerinnen und Schüler können
- Sprachkompetenz
- Die Schülerinnen und Schüler können
- Bedeutungen von griechischen Wörtern im jeweiligen Kontext bestimmen
- textbasiert alle häufig vorkommenden Nominalformen sowie alle häufig vorkommenden Formen der thematischen Konjugation sowie alle leicht zu identifizierenden Formen der Verba auf –μι und der wichtigsten unregelmäßigen Verben bestimmen
- Kasus- und Satzgliedfunktionen im Satzzusammenhang bestimmen
- die Verwendung der Diathesen (Aktiv, Passiv, Medium), der Modi (Indikativ, Konjunktiv, Optativ), der verschiedenen Tempora (Präsens, Imperfekt, Futur, Aorist, Perfekt, Plusquamperfekt) sowie deren Aspekte im Kontext erkennen und ihren Gebrauch begründen
- auf Basis der gelesenen Texte grundlegende Besonderheiten der homerischen Sprache erläutern (häufiger vorkommende Formen bestimmen, bei Formen des Dialekts das zugrundeliegende Phänomen beschreiben oder die attische Entsprechung nennen)
- satzwertige Konstruktionen (Genitivus absolutus, Participium coniunctum, AcP, AcI und NcI) analysieren und ihre semantische Funktion im Kontext erläutern
- auch längere Satzperioden (insbesondere in den platonischen Dialogen) beschreiben bzw. visualisieren
- hexametrische Verse analysieren und den Zusammenhang von sprachlich-formaler Gestaltung und Inhalt erläutern
- die Fachterminologie zur Beschreibung sprachlicher Strukturen anwenden
- einen auf die homerischen Epen bezogenen Grund- und Aufbauwortschatz beherrschen
- durch Regeln der Ableitung und Zusammensetzung (Wortbildungslehre) die Bedeutung unbekannter griechischer Wörter der zu lesenden Texte erschließen
- spezifische Bedeutungen und grammatische Eigenschaften unbekannter Wörter in ihrem Kontext mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuchs (in der Regel: Gemoll) benennen
- im Kontext typische sprachliche Strukturen im Griechischen und im Deutschen und in anderen Sprachen vergleichen und erklären
- Die Schülerinnen und Schüler können
- Kulturkompetenz
- Die Schülerinnen und Schüler können
- Gesichtspunkte der antiken Kultur darstellen, insbesondere aus der archaischen Welt der homerischen Epen und der griechischen Klassik
- die gelesenen Texte (insbesondere: platonische Dialoge, homerische Epen) unter kulturellen und historischen Aspekten erläutern
- anhand von Beispielen der Rezeption wirkungsgeschichtliche Aspekte der gelesenen antiken Texte aufzeigen, insbesondere die Nachwirkung der platonischen Ideenlehre in der abendländischen Philosophie
- zu Aussagen und Problemen der behandelten Texte begründet Stellung nehmen, insbesondere zur Ideenlehre Platons in den Politeia-Gleichnissen, ggf. auch zur Glücksphilosophie bei Demokrit (in seiner Schrift „Über die Wohlgemutheit“) und bei Aristoteles (in seiner „Nikomachischen Ethik“)
- Die Schülerinnen und Schüler können
Leistungsbewertung
Vereinbarungen zur Leistungsbewertung
Kriterien der Beurteilung
Hauptkriterium ist die als komplex einzustufende Fähigkeit des Schülers, einen griechischen Satz/Text grammatisch und inhaltlich zu erschließen und angemessen ins Deutsche zu übertragen. Bei der Beurteilung einer Klausur kommt der Übersetzung doppelt so viel Gewicht zu wie den Zusatzaufgaben.
Vokabel- und Grammatikkenntnisse sind Teilaspekte des Griechischunterrichts; sie haben dienende Funktion und sind unabdingbar für die Satz- und Texterschließung. Unterschieden wird zwischen rezeptiv-reproduktiven Fähigkeiten, bei denen es um die Wiedergabe von Erlerntem geht, und produktiv-kreativen Fähigkeiten, die eine selbstständige Übertragung des Erlernten auf neue Inhalte zulassen, wie es auf das Übersetzen zutrifft.
Auch die sogenannte Realienkunde fließt in die Leistungsbewertung ein. Hierunter versteht man Kenntnisse über das Leben in der Antike wie Geschichte, Religion, Wissenschaft u.ä., die für ein umfassendes Verständnis von Texten nötig sind.
Weitere wichtige Kriterien der mündlichen Leistungsnote sind:
- der Grad der Bereitschaft und des Interesses, sich mit den Problemstellungen des Griechischunterrichtes auseinanderzusetzen
- der Grad der Fähigkeit zu selbsttätigem, planvollem, systematischem Arbeiten
Mit Blick auf die Spannung zwischen Quantität der Beteiligung und Qualität der Unterrichtsbeiträge ist festzuhalten, dass Quantität nur ein Indiz der Leistungsbereitschaft ist.
Formen der Leistungsfeststellung
Um das Hauptziel des Griechischunterrichts, die Übersetzungsfähigkeit eines Schülers, zu beurteilen, können – neben den Klausuren – schriftliche Übungen zum Einsatz kommen. Gemäß Richtlinien sollte die Bearbeitungszeit in der Regel 15 Minuten nicht überschreiten.
Als Alternative zu diesen Tests hat sich eine weitere Form der Leistungsfeststellung bewährt: Die Schüler übersetzen eigenständig oder in Partnerarbeit einen unbekannten Text (z. B. Lektionstext) im Unterricht, auch unter Zuhilfenahme von grammatischen Aufzeichnungen und lexikalischen Sammlungen in einer vorgegebenen Zeit. Der Lehrer kann hierbei gleichzeitig Probleme diagnostizieren, Hilfestellung leisten und ein authentisches Bild über die Leistung jedes Schülers erhalten.
Die traditionellen Vokabeltests beziehen sich auf die rezeptiv-reproduktiven Fähigkeiten; daher ist die Aussagekraft eines einzelnen Vokabeltests auf den Leistungsstand stark begrenzt. Als Serie können sie individuelles Lernverhalten widerspiegeln.
Referate können – je nach Art – unterschiedlich stark in die Gesamtbewertung einfließen: Während Referate zur Realienkunde eher dem Bereich der Wiedergabe von Kenntnissen zuzuordnen sind, sind Vorträge, in denen Übersetzungen dokumentiert werden und die Vorgehensweise erläutert wird, von besonderer Relevanz.
Standardsicherung und Graecum
Vereinbarungen zur Standardsicherung
Standardsicherung NRW (Bildungsportal des Schulministeriums)
Vereinbarungen der Fachkonferenz Griechisch zur Standardsicherung
Der Griechisch-Unterricht am Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium zielt auf die Vermittlung von sprachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten, die am Ende eines dreijährigen Unterrichts den Erwerb des Graecums ermöglichen.
Das Graecum ist ein bundeseinheitlicher Standard, den die Kultusministerkonferenz mit Beschluss vom 22.09.2005 wie folgt festgelegt hat: „Mit der Zuerkennung des Gaecums wird die Fähigkeit bestätigt, griechische Originaltexte im Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Platon-Stellen in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen. Diese Fähigkeit ist durch eine sachlich richtige Übersetzung in angemessenem Deutsch, ggf. durch eine vertiefende Interpretation nachzuweisen. Hierzu werden Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse aus den Bereichen griechische Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur vorausgesetzt.“
Das Graecum kann in NRW in einem neu einsetzenden Kurs entweder durch eine Abiturprüfung oder durch eine Erweiterungsprüfung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Abitur erworben werden. Letztere besteht aus einer landesweit gestellten Klausur und einer mündlichen Prüfung mit externem Prüfungsvorsitz.
Medienbildung
Beitrag zur informationstechnischen Grundbildung
Eine besondere Herausforderung stellt im Griechischunterricht die visuelle Präsentation von Ergebnissen der Textanalyse dar, die mit Hilfe eines Textverarbeitungs- oder Präsentationsprogramms zu erstellen ist. Die konkreten Präsentationsformen sind ebenso vielfältig wie die Untersuchungsaspekte.
Die Schüler erwerben Kenntnisse in der visuellen Präsentation von Texten, Sätzen oder Satzteilen im Hinblick auf ihre Syntax, Semantik, Stilistik oder Morphemik unter Fokussierung auf Merkmale wie Satzglieder, Wortarten, Wortfelder, Konnektoren, Tempusdistribution, Stilmittel, Satzhierarchie (Para- und Hypotaxe) oder ähnliche sprachliche Erscheinungen, die beispielsweise durch sinnvolle Farbgebung, tabellarische Aufbereitung, Zuordnung von graphischen Elementen, Einrückungen oder Wort- und Passagenformatierungen optisch wiedergegeben werden können.
Beitrag zur Medienkunde
Der wichtigste (methodische) Beitrag der alten Sprachen zum kritisch-kompetenten Umgang mit neuen Medien liegt in der bewussten Hinführung zu Genauigkeit und „Langsamkeit“: Gegen Oberflächlichkeit, Schnelllebigkeit und „Informationsflut“ setzt der altsprachliche Unterricht aufgrund der Übersetzung und Interpretation alter (und von daher oft schwer verständlicher) Texte gerade auf intensive Auseinandersetzung mit meist kurzen Textstücken. Durch Auseinandersetzung mit Originalquellen sollen exakte Wahrnehmung, gutes Textverständnis und angemessene Wiedergabe in der eigenen Sprache gefördert werden.
Inhaltlich gibt die historische Kommunikation mit den Lebensweisen, Vorstellungen und Werten der Antike (aber auch des Mittelalters und der Neuzeit) immer wieder die Möglichkeit, die entsprechende heutige (eigene) Lebenswelt kritisch zu reflektieren.
Schließlich gibt es aber auch sinnvolle Möglichkeiten, die modernen Medien – insbesondere das Internet – zu nutzen, um an geeigneten Stellen vielfältige Informationen über die Antike zu erhalten; das kann sowohl bei Unterrichtsprojekten als auch zur Vorbereitung von Referaten, Facharbeiten etc. geschehen. Hierbei ist es besonders wichtig, die Schüler/innen bei der Auswahl geeigneter Quellen zu schulen und zu begleiten.
Berufsorientierung
Beitrag zur Berufswahlorientierung
Die nachfolgende Tabelle gibt die Themen an, mit denen im Fach Griechisch Berufswahlorientierung verknüpft ist.
| Stufe | Inhaltsfeld lt. Kernlehrplan | Thema | Ziele der Berufswahlorientierung |
|---|---|---|---|
| EF | Alltag und Lebenswelt der griechischen Antike | Leben in Athen und Sparta klassischer Zeit | Die Schülerinnen und Schüler können textrelevante Merkmale des Alltagslebens und des Erziehungs- und Bildungsideals Spartas und Athens darstellen. |
| Q1 | Politische Geschichte der griechischen Antike | Die attische Demokratie | Die Schülerinnen und Schüler können ausgehend von den gelesenen Texten politische Strukturen und Ideen der Antike mit solchen der Gegenwart vergleichen (z.B. Selbstverständnis westlicher Demokratien) und dazu Stellung nehmen. |
| Q2 | Grundfragen der menschlichen Existenz | Staat und Individuum in Platons Politeia | Die Schülerinnen und Schüler können an Beispielen der Rezeption das Fortleben antiker, sich in den gelesenen Texten spiegelnder politischer Ideen (z.B. Freiheit, Demokratie, Autonomie) in der Neuzeit aufzeigen. |
Exkursionen und Projekte
Studienfahrt nach Griechenland
Immer wieder wurde in der Vergangenheit – sei es in Griechisch-Arbeitsgemeinschaften oder in regulären Oberstufenkursen – angeregt, eine gemeinsame Schulfahrt nach Griechenland zu unternehmen, um die antiken Stätten nicht nur im Lehrbuch, sondern auch im Original zu sehen und zu erleben.
Diesem Wunsch wurde erstmals im Schuljahr 2011/12 entsprochen: Analog zu den neusprachlich orientierten Fahrten und Austauschprogrammen wurde von den Griechischlehrern unseres Gymnasiums, gleichsam als „Pilotprojekt“, eine Fahrt „Klassisches Griechenland“ angeboten.
Insgesamt nahmen 28 Schüler aus den Stufen 10 bis 13 an der Fahrt teil. Aufgrund der ausgesprochen positiven Resonanz ist – vorbehaltlich der Genehmigung durch die Schulkonferenz – vorgesehen, nunmehr alle zwei Jahre interessierten Griechischschülern ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten.