Individuelle Förderung

Wie das Woeste-Gymnasium Schülerinnen und Schüler individuell fördert – von Tutorien und Drehtürstunden über Wettbewerbe bis zur Integration.

Unterricht an Schulen ist immer durch individuelle Ansprache und Zuwendung gekennzeichnet – individuelle Förderung gehört deshalb selbstverständlich zu jeder Unterrichtsstunde. Darüber hinaus gibt es am Woeste-Gymnasium eine Reihe von Angeboten, die ausdrücklich der individuellen Förderung gewidmet sind. In ihnen steht nicht das gleichmäßige Fortkommen einer ganzen Klasse im Vordergrund, sondern die einzelne Schülerin bzw. der einzelne Schüler.

Unser Förderkonzept im Überblick

Die Fördermaßnahmen verfolgen vier Ziele:

ZielVerantwortlichAngebote
Anschluss finden im UnterrichtFachlehrkräfte, Klassenleitungen, KoordinationFörderaufgaben, Drehtürstunden, Vertiefungskurse, Integration
Laufbahn sichern, Defizite behebenFachlehrkräfte, Klassenleitungen, KoordinationFörderplanung (siehe unten), Tutorien, LRS-Förderung, Leseförderung
Profile ausbilden, Begabungen fördernFachlehrkräfte, externe Kräfte, KoordinationMINT-Förderung, Musik-Förderung, Fremdsprachen, Wettbewerbe
Horizonte erweiternKursleitungen, externe Kräfte, ProjektleitungenArbeitsgemeinschaften, Schüleraustausch, Jungenförderung

Einige dieser Angebote sind in andere Zusammenhänge eingebettet: Die Musik-Förderung ist Teil des Musikklassen-Profils, die Leseförderung und die LRS-Förderung sind Beiträge der Fachgruppe Deutsch, die Förderaufgaben gehören zum Lernaufgabenkonzept. Die übrigen Maßnahmen bilden den Kern der eigenständigen Förderangebote und werden auf den folgenden Seiten beschrieben.

Förderplanung: Defizite gezielt beheben

Aus Sicht der individuellen Förderung ist das Schuljahr in vier Förderquartale gegliedert:

  • Jedem Förderquartal geht eine kurze Phase voraus, in der die Maßnahmen festgelegt werden.
  • Auf jedes Förderquartal folgt eine kurze Phase, in der die Ergebnisse gesichtet und bewertet werden.
  • Beide Phasen fallen zwischen zwei Quartalen zusammen; Ereignisse wie der Elternsprechtag dienen dann beiden Zwecken.
ZeitpunktAnlassFördermaßnahmen
1. SchulwocheVersetzungszeugnisEinrichtung von Tutorien
Quartal IDurchführung der Tutorien
Nach Quartal IQuartalsreport I, ElternsprechtagAuswertung der Tutoriumsteilnahmen, Entscheidung über die Fortsetzung, Einrichtung neuer Tutorien
Quartal IIDurchführung der Tutorien
Nach Quartal IIHalbjahreszeugnis, iLFE bei Minderleistungen, SchülersprechtagAuswertung der Tutoriumsteilnahmen, Entscheidung über die Fortsetzung, Beratung auf Basis der iLFE, ggf. Förderplanung, Einrichtung neuer Tutorien
Quartal IIIDurchführung der Tutorien
Nach Quartal IIIQuartalsreport III, „Blaue Briefe“, ElternsprechtagAuswertung der Tutoriumsteilnahmen, Entscheidung über die Fortsetzung, Einrichtung neuer Tutorien
Quartal IVDurchführung der Tutorien
SchuljahresendeVersetzungszeugnis, iLFE für NachprüflingeVorbereitung auf eine Nachprüfung bzw. auf das nächste Schuljahr

Schaltstelle Halbjahreszeugnis

  • Das Halbjahreszeugnis beschreibt den Lernstand zur Mitte des Schuljahres.
  • Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“ sind ein klares Warnsignal: Die Versetzung am Schuljahresende ist gefährdet.
  • In diesen Fächern erhalten Schülerinnen und Schüler „Individuelle Lern- und Förderempfehlungen“ (iLFE), die zeigen, wie sich die Gefährdung abwenden lässt.
  • Mit den Empfehlungen werden sie zu Beratungsgesprächen am Schülersprechtag eingeladen. Auf Wunsch der Schülerin bzw. des Schülers können die Eltern teilnehmen.
  • Im Gespräch werden Vereinbarungen getroffen, wie das Defizit überwunden werden soll, und bei Bedarf dokumentiert.
Hintergrund: „komm mit! – Fördern statt Sitzenbleiben“ und Zukunftsschulen NRW

Die Initiative „komm mit! – Fördern statt Sitzenbleiben“ wurde von der Landesregierung NRW gemeinsam mit führenden Lehrerverbänden ins Leben gerufen. Ziel war es, die Zahl der Wiederholungen in den Jahrgängen 7 bis 9 schrittweise zu senken. Dazu wurden vorhandene Fördermaßnahmen ausgebaut und neue Förderkonzepte entwickelt, begleitet von Tagungen, Fortbildungen und einer wissenschaftlichen Evaluation durch die Universität Koblenz-Landau.

Das Woeste-Gymnasium hat sich 2009 erfolgreich um die Teilnahme beworben und eine Reihe von Angeboten für Schülerinnen und Schüler mit Leistungsschwächen entwickelt. In der Folge sank die Zahl der Wiederholungen deutlich. Kernstück waren die Tutorien nach dem Prinzip „Schüler helfen Schülern“, die seit dem Schuljahr 2014/15 durch den Einsatz von Lehrkräften professionalisiert wurden (siehe Tutorien).

Mit dem Schuljahr 2013/14 ging die Initiative im Modellprojekt „Zukunftsschulen NRW“ auf. Wegen des anhaltenden Erfolgs des eigenen Tutorienkonzepts hat das Woeste-Gymnasium auf eine aktive Mitwirkung in diesem Netzwerk verzichtet.